Die gemeinsame Tochter wurde 2008 gegründet. Sie entwickelt und fertigt mit insgesamt rund 1.400 Mitarbeitern Turbolader für Hersteller von Pkw und Nfz. Die Schwerpunkte der Fertigung befinden sich in St. Michael und in Shanghai, China. In Deutschland ist BMTS an 2 weiteren Standorten, in Stuttgart und Blaichach, vertreten.
Wie Bosch mitteilte, habe BMTS von der weltweit steigenden Nachfrage profitiert, dennoch sei die Unternehmensgröße in diesem Marktumfeld für nachhaltigen Erfolg noch nicht ausreichend. „Große Stückzahlen und die damit verbundenen Skaleneffekte sind ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil“, sagt Dr. Rolf Bulander, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions bei Bosch. „Trotz namhafter Kunden, die Volumenaufträge abrufen, der damit verbundenen hohen Auslastung unserer Werke und überproportionaler Wachstumsraten ist die heutige Absatzmenge von BMTS im Vergleich zu den großen Mitanbietern noch zu gering und muss weiter ausgebaut werden.“
Deswegen seien weitere Investitionen erforderlich, um die am Markt notwendige Unternehmensgröße zu erreichen. Bosch und Mahle wollen diesen weiteren Ausbau von BMTS selbst nicht vorantreiben, da beide Mutterhäuser ihre Investitionen vor allem auf neue Entwicklungsfelder konzentrieren müssten. Arbeitnehmervertreter und Mitarbeiter seien über die Verkaufsabsichten informiert worden. Mit den jeweiligen Arbeitnehmervertretern sollen Gespräche aufgenommen werden, um über die weiteren Schritte im Verkaufsprozess zu beraten.
Von einer „besorgniserregenden Neuigkeit“ sprechen die Kärntner Grünen. Immerhin gehe es um 700 Arbeitsplätze. Reinhard Lebersorger, Finanzsprecher der Grünen im Kärntner Landtag: „Ich fordere den Landeshauptmann Peter Kaiser sowie den Wirtschafts-Landesrat Christian Benger dazu auf, sich mit der Unternehmensleitung umgehend in Verbindung zu setzen, um das Problem bzw. mögliche Hilfestellungen zu besprechen sowie Klarheit zu bekommen, wie die Zukunft für das Werk wirklich geplant ist.“ In dieselbe Kerbe schlägt auch der Kärntner FPÖ-Obmann Landesrat Gernot Darmann, der von einer „dramatischen Bedrohung für die Kärntner Wirtschaft“ sprach. •
