Für die österreichische Automobilbranche sei 2016 ein „ausgesprochen gutes Jahr“ gewesen, wie Kerle betonte. Bezogen auf die Pkw-NZL – 2016 wurden 329.604 Pkw neu zugelassen, was einer Zunahme von 6,8 % gegenüber 2015 entspricht – sei es das drittbeste Jahr der jüngeren Automobilgeschichte gewesen. Dies liege an den positiven Absatzzahlen, die im Gegensatz zu früheren Jahren „nicht von strategischen KZL herrühren, sondern ein echtes Wachstum des Marktes widerspiegeln“. Mit dem E-Mobilitäts-Förderpaket und der KFG-Novelle (Grüne Nummerntafeln) seien weitere wesentliche Fortschritte in den derzeit wichtigsten Bereichen für die Branche erzielt worden.

 

Kritik übte Kerle an immer wieder geäußerten Forderungen, die MÖSt für Diesel zu erhöhen. In Österreich würden Autofahrer ohnehin überproportional belastet. In diesem Zusammenhang richtete Kerle einen Appell an Umweltminister Dipl.-Ing. Andrä Rupprechter: „Man muss nicht immer alles umsetzen, was der VCÖ fordert“. Im Sinne des Wirtschaftsstandortes sei es „ungemein wichtig, die Branche nicht andauernd an den Pranger zu stellen, sondern im Gegenteil, bei all diesen Entwicklungen vorne mit dabei sein.“

 

Verkehrsminister Mag. Jörg Leichtfried betonte, dass es wichtig sei, dass E-Autos bei den Fahrerinnen und Fahrern ankommen, „unser E-Mobilitäts-Paket ist zur richtigen Zeit geschnürt worden“. Mobilität werde nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch sicherer werden. Dazu werde das Automatisierte Fahren beitragen. „Wir als Politiker haben die Aufgabe, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Mittlerweile können derartige Systeme auch auf heimischen Straßen getestet werden.“, so Leichtfried.

 

„Wir sind mehr als zufrieden“, sagt auch der neue BGO Komm.-Rat Ing. Klaus Edelsbrunner. Sowohl Pkw-NZL als auch der GW-Markt hätten sich 2016 gut entwickelt. Entsprechend optimistisch sieht Edelsbrunner 2017 entgegen: „Wir rechnen damit, wieder das Niveau von 2016 zu erreichen und gehen von 315.000 bis 330.000 Pkw-NZL aus.“ Gleichzeitig erneuerte Edelsbrunner auch die Forderung nach einer Ökoprämie, welche auch konventionelle Technologien wie Diesel und Benzin fördert, da E-Fahrzeuge nicht für alle Kunden in Frage kommen. •