„Wer einer niedrigeren sozialen Schicht angehört, ist häufiger vom Pkw abhängig, hat eher einen Gebrauchtwagen – mehrheitlich mit Abgasklassen bis Euro 4 – und möchte diesen auch 'ausfahren'. 14 % dieser Gruppe könnten sich derzeit kein anderes Auto leisten. Das heißt, wir haben ein soziales Problem“, meint Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung. Aktuelle Maßnahmen der Regierung verschärften dieses Problem: „MÖSt-Erhöhung und Dieselsteuer-Angleichung treffen mehrheitlich Wenigverdiener, während die Kauf-Förderung von teuren E-Autos sozial Bessergestellten zugute kommt.“
Auf Basis der aktuell erhobenen Zahlen fordert der ÖAMTC daher neben der Zweckwidmung der Tanktourismus-Einnahmen zur Finanzierung der Mobilitätswende auch die Förderung von Fahrzeugnutzung und -ankauf mit Verbrennungsmotoren der Abgasklasse 6 und die Förderung der E-Mobilitäts-Infrastruktur anstelle der Autoankauf-Prämie. Dabei denkt Wiesinger etwa an Zuschüsse für Photovoltaik-Anlagen und Energiespeicher: „Das garantiert, dass auch das nächste Auto ein elektrisches ist.“ Gleichzeitig macht er sich für eine Technologie-Offenheit stark: „Auch Wasserstoff sowie die 2. und 3. Generation der biogenen Kraftstoffe müssen ein Thema sein. Beim Wasserstoff sind die aktuell 3 Tankstellen in Österreich zu wenig.“ •
