Dass eine Erhöhung der MöSt immer wieder von Umwelt-Lobbyisten gefordert wird, liege laut ÖAMTC an der Zählweise von CO2-Emissionen. Der Ausstoß von Treibhausgasen im Verkehr werde aus den in einem Land verkauften Sprit-Mengen errechnet.
„Diese Zählweise hat jedoch nichts mit der Realität zu tun", sagt Bernhard Wiesinger, Chef der ÖAMTC Interessenvertretung. Schwerverkehr, der während der Durchfahrt wegen der günstigeren Dieselpreise in Österreich tanke, stoße nur einen geringen Bruchteil des „verrechneten“ CO2 tatsächlich auch in Österreich aus. „Verhindert man Tanktourismus durch Dieselpreiserhöhungen, so wird zwar am Papier weniger CO2 erzeugt, die Luftqualität in Österreich ändert sich jedoch gar nicht.“ Statt einer Steuererhöhung schlägt Wiesinger genau das Gegenteil vor: „Wenn das primäre Ziel ein einheitliches Steuerniveau ist, muss die Besteuerung von Benzin gesenkt werden. Das würde Steuerzahler entlasten und den Finanzminister im Unterschied zur Erhöhung der MöSt auf Diesel deutlich weniger Geld kosten.“
Auch Komm.-Rat Prof. Burkhard Ernst, Obmann des Vereins „Mein Auto“, spricht sich klar gegen die jüngst vom VCÖ geforderte Erhöhung des Dieselpreises aus. „Mehr als 57 % aller in Österreich zugelassenen Fahrzeuge verfügen über einen Dieselantrieb. Eine Erhöhung des Dieselpreises, wie sie vom VCÖ nun erneut gefordert wird, trifft daher vor allem Autofahrer und Pendler, die im Alltag auf das Auto angewiesen sind“, so Ernst. •
