Laut VCÖ sei 1990 noch um 26 % mehr Benzin als Diesel getankt worden. Seither sei die getankte Menge an Benzin von 3,3 Mrd. l auf 2,2 Mrd. l im Vorjahr zurückgegangen, während sich die in Österreich getankte Dieselmenge von 2,4 Mrd. l auf 7,6 Mrd. l mehr als verdreifacht habe. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl weise Österreich nach Luxemburg den zweithöchsten Wert von getanktem Dieseltreibstoff auf, so der VCÖ.
Der größte Nutznießer der steuerlichen Begünstigung von Diesel sei der Lkw-Transit, der vor allem auf der Route zwischen Deutschland und Italien seine Tanks in Österreich günstig fülle. „Die Steuerbegünstigung von Dieseltreibstoff ist nicht gerechtfertigt. Hier kann sich Österreich ein Beispiel an der Schweiz nehmen, wo Diesel seit langem gleich hoch besteuert wird wie Eurosuper“, wie Ulla Rasmussen, beim VCÖ zuständig für Verkehrspolitik-Internationale Koordination, sagt.
Ganz anders sieht das FPÖ-Verkehrssprecher Dipl.-Ing. Gerhard Deimek: Der umstrittene und wohlsubventionierte Verkehrsclub Österreich habe bereits in der Vergangenheit mit bestenfalls bemerkenswerten Forderungen für einiges Aufsehen gesorgt. Gehe es nach dem VCÖ, solle jetzt die Steuer auf Diesel erhöht werden. „Offensichtlich sollen wieder unzählige Autofahrer zur Kasse gebeten werden. Dafür sind wir Freiheitliche nicht zu haben. Denn Mobilität ist kein Luxus, sondern gerade im ländlichen Raum ein Grundbedürfnis“, so Deimek.
Die Steuern auf private Mobilität seien bereits jetzt viel zu hoch. Es sei der falsche Weg, unzähligen Pendlern und Familien willkürliche Belastungen aufzubürden. „Ich würde mir von Finanzminister Schelling und Umweltminister Rupprechter endlich ein klares Bekenntnis zu leistbarer Mobilität und eine Distanzierung vom VCÖ erwarten“, so Deimek. •
