Es sind keine leichten Tage für Dipl.-Ing. Oliver Schmerold, den Verbandsdirektor des ÖAMTC: In der Hofburg tagt bis Freitag – nein, nicht der Kongress – sondern die FIA-Generalversammlung, das oberste Gremium der weltweiten Automobilverbände. Und gleichzeitig muss Schmerold seine eigene Übersiedlung vom altehrwürdigen Schubertring (wo der ÖAMTC bzw. der Vorgänger-Club ÖTC seit 1935 logierte) in die neue Zentrale in der Baumgasse 129 planen.

 

Noch ist das künftige Büro von Schmerold im 5. Stock relativ leer, das Telefon steht vorerst am Boden: Doch am Wochenende wird das Stehpult, eines der Markenzeichen von Schmerold, vom 1. in den 3. Bezirk gebracht; auch alle anderen Dinge sind bereits für die Übersiedlung vorbereitet.

 

Die Mitarbeiter aus der bisherigen Zentrale sind die letzten, die in der generalstabsmäßig geplanten Übersiedlung an die Reihe gekommen: Insgesamt 750 Mitarbeiter werden dann vor Ort tätig sein; sie alle waren bisher auf 5 Standorte in ganz Wien verteilt. Kurzer Rückblick: 2011 hatte der Mobilitätsclub entschieden, dass etwas geschehen muss. „Entweder alle bisherigen Standorte adaptieren, aber weiterhin ineffizient arbeiten und schon bald ein Kapazitätsproblem haben – oder gleich neu bauen“, sagt Schmerold. Beide Varianten wurden durchgerechnet und – auf 15 bis 20 Jahre gesehen – kam das gleiche Ergebnis raus.

 

Das Grundstück direkt an der „Tangente“ war relativ günstig zu haben, ein Wettbewerb mit geladenen Architekten wurde ausgeschrieben: „Wir haben uns alle Freiheiten der Welt genommen und hätten nie gedacht, dass wir gewinnen“, sagt Architekt Dipl.-Ing. Christoph Pichler heute. Die zentrale Idee: „Alle Funktionen an einer vertikalen Achse aufzufädeln.“

 

Also: Im Untergeschoß die Arbeitsplätze für die 12 Techniker unter der Führung von Stützpunktleiter Florian Melchert, darüber die Schalterräume, wieder darüber das riesige Callcenter für 150 Mitarbeiter. Weiter oben die Büros und ganz oben, im 7. Obergeschoß, der künftige Landeplatz für den Notarzthubschrauber. Dieser soll Mitte Jänner aus Wien-Aspern übersiedeln.

 

Wie viel das Ganze gekostet hat? Inklusive Grundstück 76 Millionen Euro, wobei das ursprünglich geplante Budget eingehalten wurde.

 

Übrigens: Wenn der Club (derzeitiger Mitgliederstand: knapp mehr als 2 Millionen) weiterhin wächst, können relativ problemlos 2 weitere Trakte für 180 zusätzliche Mitarbeiter angebaut werden.