Jetzt erst zeigen sich die ersten Betriebsratsvorstände besorgt, dass damit verbunden allein im deutschsprachigen Raum in den Herstellerwerken gut und gerne eine halbe Mio. Arbeitsplätze verloren gehen können. Rührend!
„Wir brauchen zur Elektrostrategie auch eine Personal- und Qualifizierungsstrategie“, lautet auf Betriebsratsdeutsch nun deren Forderung, um den massiven Umwälzungen in der Automobilbranche Herr zu werden. Doch nicht nur die Elektrifizierung, auch die Digitalisierung und Verbreitung von immer mehr Robotern in den Werkshallen macht die Gewerkschafter bang. Diese Effekte stellen sich alle in den nächsten 10 bis 15 Jahren ein, geben sie sich für die Automobilindustrie schlau, ohne eine Antwort parat zu haben. Oder werden gar die Gewerkschaften zu Arbeitgebern?
Zumindest ist es ein zynisch interessantes Jobbeschaffungsmodell! Sie haben ja gelernt, wie man mit getürkten Produktionszahlen den Aktienkurs steuern kann und Wahrheit ist eine Tochter der Zeit! Und die Experten von der Unternehmensberatung McKinsey zum Beispiel sehen plötzlich das deutsche Erfolgsmodell in Gefahr. Vom Optimierungstsunami in Gestalt der Digitalisierung und Automatisierung werden knapp 50 % der automotiv orientierten Arbeitsplätze im deutschsprachigen Wirtschaftsraum betroffen sein und damit bedroht, rotieren wieder ihre Beraterhälse.
Und noch etwas: In China haben „unsere“ Gewerkschafter europäischer Prägung gar nichts zu sagen. Die Chinesen wollen sich mit der Batterietechnologie dank entsprechender Rohstoffressourcen den globalen Mobilitätsmarkt unterjochen und Volkswagen, Daimler, BMW & Konsorten sind drauf und dran, ihre Technologieführerschaft aus der Hand zu geben.
Was die Chinesen nicht schaffen, vollenden die Optimierungsprofis mit ihren Arbeitsplätze zerstörenden Apps. Nichts wird mehr für den Handel mit Waren und Dienstleistungen entwickelt, sondern nur noch in Mobilitätslösungen investiert. Wissend, dass Daten allein keine Familien ausreichend ernährenden Jobs schaffen können. Wann beginnen die Gewerkschafter nachzufragen, was mit den Millionen produzierten E-Autos passiert, wenn sie abgenutzt wieder ins Eigentum der Hersteller zurückfallen, weil es ja im Sharing-Business keine Käufer mehr braucht und kein nachgelagertes Service.
Und die IT-Generation? Sie stößt rascher an ihre Grenzen als ihr lieb sein wird. Auch das Silicon Valley – wo das auch immer ist – ermüdet, wenn es keine reale Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen mehr gibt. Und Österreichs Reaktion darauf? Wir haben die politisch grünen „Gottseibeiuns“ mit ihrem Verkehrsclub Österreich (VCÖ), der uns via ORF 8.200 im Vorjahr an den Folgen von Umweltverschmutzung verstorbenen österreichischen BürgerInnen ausrichten lässt. Ob diese Zahl stimmt oder nicht, interessiert niemanden, denn das Sterben hat in Österreich eine besondere Tradition. Und Angst erzeugt es mit und ohne E-Motoren auch! •
