Vor diesem Hintergrund und dem demografischen Wandel startete das deutsche Branchenblatt „Automobilwoche“ ihren 10. – den Jubiläums-Kongress – in Berlin. Eingeklemmt zwischen Digitalisierung und zickiger Politik zirkelten die Autoherstellergranden Dr. Karl-Thomas Neumann (Opel) am Beginn und Dr. Dieter Zetsche (Daimler) am Ende der 2-tägigen Veranstaltung den Rahmen zur globalen Umbruchstimmung – mit immer neuen Mitspielern im ohnehin wuchernden Dynamisierungsprozess Hersteller – Importeur – Handel.

 

Kaum Diskussionsraum verblieb dem Faktor Job-Erhalt, der zunehmend von der Globalisierung erfasst wird. Nicht das „Wie wir künftig Autos (ver)kaufen“ ist entscheidend, sondern die Leistbarkeit von vernetzter Mobilität. Der Handel bekommt ein neues Gesicht, wobei der Kunde seines nicht mehr gerne herzeigt, sagen die Zukunftsmacher. Auch der klassisch strukturierte Hersteller verliert seine dominante Markenkraft und wird Mobilitätsanbieter wie vergleichsweise Energieanbieter. Bosch-CEO Volkmar Denner: „Vernetzungslösungen leben von Partnerschaften.“ Das machen sich die Giganten unter sich aus.

 

Wohin in diesem Entwicklungsprozess parallel der Weg zur Volkszufriedenheit führt, darüber trauen sich die CEOs keine Prognosen abzugeben. Connectivity und Mobility zu kombinieren, lautet eine Forderung von Geely-Autochef Alain Visser. Dabei hat die Autoindustrie Connectivity zu gestalten und die Vorteile auf ihrer Seite. Was auch immer gedacht wird: Unsere Mobilität zu verändern, geht zunächst nicht ohne Revolution in der Batterietechnik – wir reden nicht allein von Batteriereichweiten. Der klassische Verbrenner wird im parallelen Optimierungsprozess unserer Autowelt noch lange erhalten bleiben, setzte sich am Ende der 2-tägigen Veranstaltung doch wieder die Realität an die Meinungsspitze. •