Zu leiden hatte darunter nicht nur das Tagesgeschäft in den rund 5.000 Kfz-Betrieben mit §57a-Ermächtigung, sondern auch jenes bei den Autofahrerclubs. Der laut eigenen Angaben jährlich rund 670.000 wiederkehrenden Begutachtungen durchführende ÖAMTC berichtet von „erheblichen Beeinträchtigungen des Arbeitsablaufs, längeren Wartezeiten und Absagen von geplanten Überprüfungen". An einem starken Tag prüfe man normalerweise etwa 3.200 Fahrzeuge, sagt der für die technischen Dienstleistungen verantwortliche Jakob Pflegerl: „Das setzt stabile, möglichst störungsfreie Rahmenbedingungen voraus."

 

Ähnlich äußert sich der ARBÖ: Angesichts von 200.000 Pickerl-Überprüfungen pro Jahr sei „die ausfallsichere Abwicklung und Kommunikation mit der ZBD für uns unumgänglich", so Generalsekretär Gerald Kumnig. Als BIMder Fahrzeugtechnik verweist Komm.-Rat Friedrich Nagl wiederum auf die theoretischen, wirtschaftlichen Folgen für die Werkstätten: „Ein Ausfall von einem Tag bedeutet einen Schaden von 30.000 unproduktiven Arbeitsstunden." Prinzipiell sind indes alle Beteiligten mit der ZBD zufrieden: Es gehe lediglich um eine „Lösung für den Notbetrieb, die eine zeitversetze Eingabe der Daten ermöglicht", heißt es vom ÖAMTC.

 

Doch wer war für den ZBD-Absturz verantwortlich? Dafür kursieren in der Branche unterschiedliche Theorien. Ein durch Systemumstellungen verursachtes IT-Problem in der Kommunikation zwischen der ZBD und „einmeldenden" Computersystemen wie der Elektronischen Begutachtungsverwaltung des Wirtschaftsverlags (EBV) gilt als mögliche Erklärung.

 

Die ZBD-Verantwortlichen weisen darauf hin, dass es keinen Komplettabsturz gegeben habe. Überhaupt entspreche die Ausfallsicherheit der Plattform mit 99,6 % dem internationalen Standard. Der feine Unterschied zu 100 % wurde am 2. November 2016 kurzzeitig erlebbar. •