Mei Wogn is a Wahnsinn,

i tat eam niemand burgn,

wer den Wogn hat,

braucht für den Schrott a gornet surgn,

und heite hob i's eilig,

i bin scho so spät dran,

i setz mi hinters Steier

und mei Auto springt an.

A Wunda, a Wunda, es is a Wunda g'schehn,

ja ganz ohne frog sowas gibt's net olle Tog!

 

Mit diesem Text landete Jazz Gitti einen Riesenhit. Über Nacht verwandelt Wunderwuzzi Elon Musk per Aktienspekulation von einem zum anderen Quartal bei Tesla ein Minus in ein Plus. Er hypt 500.000 Vorbestellungen und produziert gerade mal 50.000 im Jahr. In 4 Jahren schon will Musk 1 Mio. Tesla E-Autos vom Band rollen lassen. Alles im Plan was sein Timing, sein Volumen, seine Ausstattung, seine Preisgestaltung usw. anbelangt. Mit diesem Text unterhält der Weltraum- und sonstige Zukunftsunternehmer vollmundig seine Aktionäre. Es bleibt zu befürchten, dass Tesla damit kein Wunder gelingen wird, denn die Spekulationsblase ist schon überstrapaziert.

 

 

I kenn an aus'n Wirtshaus,

und der is immer floch,

er druckt si vur der Orbeit,

und si rennt eam a net noch,

er hot bei mir no Schuldn,

weil i eam net dawisch,

doch gestern kommt er her,

und legt drei Tausender am Tisch.

A Wunda, a Wunda, es is a Wunda g'schehn,

ja ganz ohne frog, so was gibt's net olle Tog!

 

Die Deutsche Bank, bis vor ein paar Tagen öffentlich ein Bankrottfall, finanziell also flach, schafft im Handumdrehen mithilfe von Investoren einen geilen Quartalsgewinn. Braucht es ja, um wieder neue Investoren anzulocken. Dabei gehen ein paar 10.000 Arbeitsplätze verloren. So geschehen Wunder.

 

Das größte Theater,

jo des is die Politik,

doch manchmal hams, so scheints,

mit de Gagen gor ka Glick.

Da les i in der Zeitung,

und des is net normal,

seit 24 Stunden,

gibt's kan neichn Skandal.

A Wunda, a Wunda, es is a Wunda g'schehn,

ja ganz ohne frog, sowas gibt's net olle Tog!

 

Unsere Politiker aller Couleurs drücken jetzt das Freihandelsabkommen mit den Kanadiern durch und demnächst auch das mit den Amerikanern. Den Globalisierern wird es helfen, jedoch nicht unserer lokalen Wirtschaft. Nationale Gerichte werden in Schlichtungsverfahren ausgeschlossen, die Weltkonzerne können zu Lasten unserer Klein- und Mittelständler schalten und walten, wie sie wollen.

 

Eine Zeit lang wird das noch so gehen, dann ist es um unser europäisches Wirtschaftswunder auch geschehen. Wenn genügend Arbeitsplätze verloren sind und die Kaufkraft dahin, werden die radikalen Gruppierungen ihr Werk beginnen. Keiner schaut in die ehemaligen kommunistischen Länder, die von den Geld- und Industriegiganten kahl gefressen wurden und jetzt ihrem Schicksal überlassen werden.

 

Das Schlimme daran ist, dass die heutigen Oppositionsparteien, sind sie nur selbst am Futtertrog der Macht, exakt die gleiche Leichenfledderei begehen werden, wie das aktuell die etablierten politischen Eliten exerzieren. Bald wird es ein Wunder brauchen, um nicht in die Zustände vor dem 2. Weltkrieg zu geraten. Wenn Europa wieder brennt, wird es richtig heiß – wie heute in vielen arabischen Ländern. Die Sieger können wir heute schon voraussagen: Kanada und die USA senden uns nach der Zerstörung wieder ihre Care-Pakete und der Marshall-Plan heißt dann Musk-Aid.

 

A Wunda, a Wunda, a Wunda muass jetzt g'schehn,

ja ganz ohne frog sonst geh ma daran z'grund. •