Vor eineinhalb Monaten ließen die BMW-Vertragsbetriebe aus dem Reich der Mitte aufhorchen: Weil sie nicht mehr profitabel wirtschaften konnten und trotz der Verlangsamung des Marktwachstums mit hohen Stückzahlvorgaben konfrontiert wurden, forderten sie in München eine Zuschusszahlung in Höhe von 5,1 Mrd. Yuan (687 Mio. Euro). Sollte die Konzernzentrale nicht zustimmen, werde man kurzerhand keine Neufahrzeuge mehr bestellen, lautete die Drohung von 7 Händlergruppen, die gemeinsam etwa zwei Drittel der chinesischen BMW-Verkäufe repräsentieren.

 

Nach mehrwöchigem Abwarten ging BMW nunmehr auf die Forderung ein. Laut Song Tao, dem stellvertretende Sekretär der Vereinigung der chinesischen Autohändler, soll der Zuschuss bis Ende Februar überwiesen werden. Noch nie habe ein Autohersteller eine derart hohe Summe an seine chinesischen Vertriebspartner bezahlt. Das Beispiel von BMW könnte in China Schule machen: Bei den meisten Marken klagen die Vertragsbetriebe über unrealistische Absatzziele, niedrige Margen und eskalierende Rabattschlachten.

 

Derartige Probleme sind in Österreich bestens bekannt: Im Gegensatz zu Europa ermöglicht es der weitaus höhere Fahrzeugverkauf pro Händler und die Rückendeckung durch eine protektionistische Politik den chinesischen Händlern jedoch, ihre Anliegen auch durchzusetzen.