„Im Jahr 2000 verbrauchten die Diesel-Pkw von Österreichs privaten Haushalten im Schnitt 7,0 Liter pro 100 Kilometer. Im Jahr 2012 waren es mit 6,8 Litern nur unwesentlich weniger“, lautet die Kritik des VCÖ. Der „Verkehrsclub“ verbindet dies mit einer Pauschalkritik an SUV – jenem Fahrzeugsegment, das bekanntlich immer wieder als Feindbild herhalten muss.
Der Arbeitskreis der Automobilimporteur widerspricht „nachdrücklich“ diesen Aussagen. „Fakt ist vielmehr, dass der Durchschnittsverbrauch von neu zugelassenen Diesel-Pkw laut CO2-Monitoring des Umweltbundesamtes im Jahr 2012 bei 5,2 Litern lag“, so Geschäftsführer Dr. Christian Pesau.
Der VCÖ erwidert seinerseits, dass man sich nicht auf die Neuzulassungen, sondern den Gesamtbestand der in privaten Haushalten zugelassenen Dieselfahrzeuge bezogen habe. Deren Durchschnittsverbrauch sei eben nur marginal gesunken, während es bei benzingetriebenen Pkw einen viel stärkeren Rückgang von 8,8 auf 7,5 Liter pro 100 Kilometern gegeben habe. Dass ein ausschließliches Abstellen auf Privathaushalte den hohen Anteil an Firmenfahrzeugen außen vor lässt, verschweigt der VCÖ: Die Tatsache, dass Firmenautos häufiger mit Dieselmotor unterwegs sind, tendenziell jünger (und somit spritsparender) sind sowie deutlich höhere Kilometerleistungen aufweisen, passt schließlich nicht zur autokritischen Botschaft.
Unterm Strich haben weder der VCÖ noch die Autoimporteure explizit die Unwahrheit gesagt. Der Unterschied: Die Aussendung des VCÖ war die erste Meldung in den Ö3-Nachrichten, während die Replik der Importeure in keinem einzigen Breitenmedium berücksichtigt wurde.
