Schon die Teilnehmer der Podiumsdiskussion konnten unterschiedlicher nicht sein. So nahmen neben Dipl.-Ing. Angelika Winkler (Stadtentwicklung und Stadtplanung der Stadt Wien), Dipl.-Ing. Ortfried Friedreich (Axis Ingenieurleistungen ZT GmbH) auch Dipl.-Ing. Dr. Romain Molitor (Komobile Ingenieurbüro für Verkehrswesen) sowie Mag. Markus Gansterer (VCÖ), auch der BGO des Fahrzeughandels, Komm.-Rat Burkhard W. R. Ernst teil.
Eröffnet wurde die Runde von Romain Molitor, der vor allem die CO2-Belastung des Individualverkehrs aufzeigte und die Renaissance des Fahrrads in Europa hervorhob.
Markus Gansterer vom VCÖ betonte, dass auf dem Land mittlerweile der Trend zum Zweit- bzw. bei Haushalten mit Kindern sogar zum Dritt-Pkw gehe. Er plädierte dafür, dieser Entwicklung durch den Ausbau von öffentlichen Verkehrsnetzten entgegenzuwirken und meinte, dass „jede Familie die Möglichkeit haben soll, ihre Wege mit dem einen Familienauto zurückzulegen“. Er ergänzte: „Das wird’s in ländlichen Gebieten immer geben, da braucht man sich nichts vormachen.“
Ortfried Friedreich und Angelika Winkler hoben den Mehrwert verkehrsberuhigter Zonen in Städten hervor und betonten, dass Verkehrsvermeidung dann funktioniert, wenn Menschen notwendige Anlaufstellen wie Supermärkte, Ärzte, Schulen etc. auch in entsprechender Umgebung zum Wohnort finden.
Burkhart Ernst nahm auf das Thema der Diskussion wenig Rücksicht und verteidigte vor rund 50 Architekten, Ingenieuren und Raumplanern die Automobilbranche samt allen wichtigen wirtschaftlichen Fakten, Daten und Zahlen.
Fazit: Wie immer bei Diskussionen rund um das Thema Mobilität der Zukunft wird, je nach Einstellung, Herkunft und Situation von allen Beteiligten über schwarz und weiß diskutiert. Und wie so oft in einer Demokratie wird das tatsächliche Ergebnis eine, zwar manchmal hellere oder dunklere, aber dennoch graue Mischform werden – trotz aller Bemühungen, das Auto zu verbannen. Denn wenn Strom- oder gar Wasserstoffantriebe den Weg zu den Massen endlich gefunden haben, werden aktuelle Argumente wie Schadstoff- oder Lärmbelastung nicht mehr funktionieren.
