Einzelhandelssprecher Ing. Josef Schirak wetterte stellvertretend für alle anwesenden Funktionäre gegenüber Importeurssprecher Dr. Felix Clary: Seine im Mai dieses Jahres an den Arbeitskreis der Automobilimporteure gerichtete Resolution in der Auseinandersetzung über die negative Entwicklung im Bereich der Vertragsverhältnisse zwischen Hersteller/Importeur und dem markengebundenen Kfz-Handel wurde bis dato nicht beantwortet.
Gleiches gilt auch für das im Oktober 2013 an den Arbeitskreis überreichte Forderungspapier betreffend GVO-Neu, Margensystem, Kundenzufriedenheit, Direktverkauf, Internet-Vermarktung. Die Importeursseite bewegt sich keinen Millimeter, weil sie nicht will und ihr Sprecher nicht sagen darf, dass sich jede Markenorganisation nach ihrer eigenen Decke streckt. Punkt und basta! Im Hinblick auf die Wertigkeit von Interessenvertretungen in der Kfz-Branche sind die letzten fünf Jahre ein Ereignis, auf das keine Seite stolz sein kann. Dem nominellen Übergewicht der Einzelhändlerseite steht die Marktmacht der Hersteller und Importeure gegenüber.
Ein geschlossener Kreis von Markenhändlerverbänden könnte eine Änderung im Kräfteverhältnis bewirken. Die Realisierung können die Importeure bis dato erfolgreich vereiteln. Sie reden mit dem Einzelhandel über alles. Nur nicht über Standards, CSI-System, Margengestaltung, volle Garantievergütung, Herstellerdirektverkäufe an branchenfremde Abnehmer, Mehrmarkenvertrieb etc.
Es bleibt abzuwarten, ob ein im Februar nächsten Jahres neu zu besetzender Bundesgremialausschuss auf Importeursseite bessere Rahmenbedingungen vorfinden lässt, zumal der Mut aller im Bundesgremium vertretenen Funktionäre für die Besserung der Zustände enden wollend ist. Niemand will es sich mit seiner Markenorganisation verscherzen und setzt auf passive Funktionärsresistenz. Also wird weiter geschlafen, wie tatsächlich der eine oder andere Funktionär den zweitägigen Sitzungsmarathon bewältigte.
Übrigens: In Einzelgesprächen zollen Importeure wie Markenhändler Schiraks Ausführungen zu 75 Prozent Glaubwürdigkeit und würden das auch unterschreiben. Ja, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre. So wird das Marktanteilsringen unter den Marken auch in der neuen Funktionsperiode ab Mai 2015 weitergehen, 305.000 Pkw-Neuzulassungen werden heuer und noch nächstes Jahr die Statistiken zieren, Verluste mehr und mehr Bilanzen verhageln. Und alle werden sie am Jahresende wieder von einem Normaljahr sprechen.
Leider gab es außerhalb des Engagements von Schirak nichts Neues zu berichten. Des Altfunktionärs Mahnungen gehen den meisten auf den Geist. Erst wenn Schirak nicht mehr seine mahnende Stimme erheben wird und genügend Autohaus-Leichen den Fluss hinabtreiben, wird man nach ihm rufen. Irgendein Chinese hat mal auf Pergament gepinselt: „Die Erinnerung malt meist mit goldenem Pinsel!“ Wohl wahr.
