Demnach verunfallen im Winterhalbjahr Oktober bis März knapp doppelt so viele Pkw auf nasser Fahrbahn wie im Sommerhalbjahr. Dabei liegt der Anteil grip-relevanter Situationen bei Verkehrsunfällen auf nasser Straßenoberfläche im Winter bei 81%. „Dieser hohe Anteil verdeutlicht die große Bedeutung der Nasshaftung von Reifen, um das Unfallrisiko zu reduzieren“, so Lars Hannawald von der Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden.
Ein wesentlicher Faktor für eine optimierte Nasshaftung von Winterreifen ist neben dem Profildesign die Mischungstechnologie. „Die Bestandteile moderner Winterreifen-Mischungen wie Polymere, Füllstoffe und Weichmacher sind inzwischen wesentlich effizienter und können besser verarbeitet werden“, sagt Claus-Christian Schramm, Geschäftsführer Goodyear Dunlop Tires Austria. Während ein Fahrzeug mit einem modernen Winterreifen aus 80 km/h nach rund 33 Metern steht, benötigt das Fahrzeug, das mit dem gleichen Reifen, aber mit einer 20 Jahre alten Mischungstechnologie ausgestattet ist, 41 Meter bis zum Stillstand. Steht das Auto mit den Winterpneus mit aktueller Mischung bereits, ist das Fahrzeug mit den Reifen aus der alten Mischung noch mit 34 km/h unterwegs.
Schramm verweist darauf, dass die Nassbremsleistungen von Winterreifen unterschiedlicher EU-Reifenlabel-Klassen stark voneinander abweichen. Über 90 Prozent aller im Markt angebotenen Winterreifen würden die Labelklasse C oder E aufweisen. „Dabei beträgt der Unterschied des Bremswegs auf nasser Fahrbahn zwischen einem Reifen mit einem Mittelwert der Klasse C und einem Reifen der Kategorie E mehr als 20 %.“
