Dann müssten die Lastenfahrräder – eine Idee der Grünen Bewegung – die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Boykottaufrufe gegen die konventionelle Automobilität stehen in verkehrspolitischer Tradition. Nachhaltige Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft gehen an unserem neuen Verkehrsminister Alois Stöger vorbei.

 

Er geht davon aus, dass in Österreich das alles so nicht passieren wird, schließlich weiß der gelernte Gewerkschafter mit seiner Organisation umzugehen. In einem in einigen Tageszeitungen verbreiteten Interview (siehe unten angefügtes PDF) hat der Herr Minister im Ausblick bis 2030 das konventionelle Auto nicht mehr in seinem Interessenfokus. Selbst will er sich weitgehend mit Öffis fortbewegen, sollte es dann doch mit dem Auto sein, dann wird dieses elektrisch und nicht in seinem Besitz sein.

 

Haushalte mit drei oder mehr Fahrzeugen in der Garage werden seiner Meinung dem Carsharing weichen müssen und er stilisiert, ganz nach dem Geschmack von Verkehrs(quer)denker Hermann Knoflacher, wegen politisch oft mutwillig verursachter Staus Fahrzeuge zu „Stehzeugen“. Faire Mobilität ist für den Minister anstatt mit dem Auto mit dem Rad oder zu Fuß zum Bahnhof zu kommen, mit dem Zug weiterzureisen, für den Rest der Strecke gibt es dann wieder öffentliche Verkehrsmittel oder auch Taxis (sind das nicht auch Autos?).

 

Diese rücksichtslose Ansicht, abgedruckt von Medien, die gleichzeitig nach konventionellen Autoinseraten gieren, ärgert weite Teile der Automobilwirtschaft, weil sie einseitig geschrieben sind. Warum erklären so viele Nachkommen von Politikern und Politikerinnen, die uns die individuelle Mobilität und damit verbunden Wohlstand gebracht haben, den Autofahrern ständig den Wortkrieg? Warum erleben wir in unseren Lebensräumen eine solche Zunahme von Autoverfolgung und bösartigen, irrationalen Shitstorms.

 

„Aber nein“ hören wir von der VCÖ-Kaste, die mit ihrer ganzen Überzeugung hinter einer politisch bezahlten Auffassung steht und dies mit Nachdruck nach außen vertritt. „Wir hassen die Autofahrer nicht, nur ihre Autos!“ Was ach so schön in Teilen der Urbanität möglich erscheint, ist bar jeder Realität. Der mit den modernen Vertriebsmedien (Stichwort Internet) voranschreitende Stellenabbau fordert extreme Flexibilität, um sich immer weiter entfernende Arbeitsplätze erreichen zu können. Immer mehr Menschen benötigen mehr als einen Job, um ihr Leben gestalten zu können.

 

Ohne individuelle Mobilität ist das schwer umzusetzen. Einnahmenverluste in Milliardenhöhe? Ach was, bis 2030 längst wieder Exminister, wird Herr Stöger in der Gewerkschaft bis zu seiner Pensionierung sein Berufsleben fristen. Zumindest er sieht einem gesicherten Lebensabend entgegen. Mehr denn je kommt es darauf an, dass Politiker in der Bevölkerung positive Emotionen freisetzen, bei ihren Wählern genauso wie bei sich selbst. Das hat viel mit Glaubwürdigkeit zu tun, mit Einfühlungsvermögen in wirtschaftliche Abläufe, um wiederum Arbeitsplätze sichern und schaffen zu können. Es ist an der Zeit, anklagend auf die Ankläger zu zeigen und zu den tief verwurzelten Vorurteilen, auf denen ihre Forderungen basieren.