Ein (lagernder) Opel Corsa um minus 40,4%, ein (lagernder) Opel Astra um minus 37,7% oder ein (frei konfigurierbarer) Ford Focus um minus 24,7%: Derartige Hammerpreise haben den Radiosender Ö3 auf www.autogott.at aufmerksam gemacht. Am Mittwoch wurde ein mehrere Minuten langer Beitrag der Rabattschlacht am Neuwagenmarkt gewidmet – und was dabei gesagt wurde, hatte Hand und Fuß. Das beweisen die Auswertungen von Autogott.
Während die auf der Plattform von Kunden angefragten Fahrzeuge 2013 um durchschnittlich 14,98% günstiger waren als die Listenpreise, stieg der kumulierte Rabatt heuer auf bislang 16,45%. Im September habe man bereits 17,51% erreicht, berichtet Geschäftsführer Mag. Stefan Mladek: „Erfahrungsgemäß ist im letzten Quartal des Jahres von einem weiteren Anstieg der Nachlässe auszugehen.“ Hinzu komme, dass die tatsächlichen Rabatte beim Verkaufsabschluss noch höher seien als diese Angebotsnachlässe.
Wenngleich bei Autogott immer wieder Einzelfahrzeuge das Gesamtbild verzerren, bestätigen zahlreiche Branchenteilnehmer das verheerende Ausmaß des Preiskampfes. Dieser werde durch „immer neue Aktionen“ der Hersteller, die ihre Überproduktion nicht einschränken, und durch den immer häufigeren Direktvertrieb zusätzlich befeuert, kritisiert Komm.-Rat Ing. Josef Schirak, Einzelhandelssprecher im Bundesgremium des Fahrzeughandels: „Die Händler werden in diesem Vernichtungswettbewerb – und nichts anderes ist es – schwer geschädigt, ohne ordnend eingreifen zu können.“
Immer mehr Betriebe würden wirtschaftlich „an der Wand“ stehen, so Schirak: „Die Hersteller müssen endlich Farbe bekennen, ob sie ihre Händler mitleben lassen oder sie in das Verderben schicken wollen.“
