Natürlich ist derzeit die gesunkene Nachfrage nach Werkstattleistungen der Stimmung in der Branche nicht förderlich, wenn auch erklärlich: mit besserer Fahrzeugqualität, im Schnitt gesunkenem Wartungsbewusstsein, geringerem Mittelaufwand und auch in Österreich ständig steigendem Druck, den Individualverkehr abzuwürgen. Die Zufriedenheit vieler Aussteller war jedoch deutlich besser, als diese Rahmenbedingungen vermuten lassen, auch wenn sie alle genau wissen, dass es großer Anstrengungen bedarf, hoch gesteckte Ziele zu erreichen. Die Voraussetzungen, im Kundendienst besser abzuschneiden als beim Neuwagengeschäft, sind besser denn je: Bei steigender Nutzungsdauer und Gebrauchtwagengeschäften von Privat zu Privat bleibt mancher Wartungsstau unentdeckt, bis die wiederkehrende Überprüfung da ist.
Dass das Werkstattgeschäft immer noch einen Hauch besser ist als der Neuwagen, ist die tröstliche Nachricht.
Die Qualifizierung der Freien Werkstätten und ihre Versorgung ist und bleibt ein großes Thema, auch in Zeiten steigender Fahrzeugkomplexität, die Markenbetriebe bei Fremdeintäuschen zu spüren bekommen und bereits jetzt durch Kooperationen mit befreundeten Betrieben ausgleichen müssen: Für Spezialisten war und ist immer Platz am Markt, auch wenn die Fahrzeughersteller ihr Netz immer enger knüpfen möchten.
Auch wenn der neue Präsident des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe bei der Automechanika-Eröffnung für Deutschland meinte, die allgemeine Konsumfreude sei beim Kfz-Gewerbe noch nicht angekommen, so gilt das nur zum Teil für Österreich.
Denn die Werkstattausrüster werden mit dem Zwang zur Erfüllung der Herstellerstandards, den in Österreich Händler vereinzelt schon nicht mehr zu befolgen bereit sind, automatisch im Spiel sein. Ob die Internationalisierung auch dieser Geschäfte der österreichischen Dependance des jeweiligen Ausrüsters noch Luft zum Leben lässt, sei dahingestellt.
Eines wird die Automechanika 2014 jedenfalls wiederum beweisen: dass direkte Kontakte und persönliche Gespräche durch nichts zu ersetzen sind und nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Das zeichnete sich bereits an den ersten Tagen ab, an denen sich der Besucherstrom nicht qualitativ, aber von der Menge her gleich einpendelte.
Den Optimismus, künftig als wichtiger Spieler – wie heute bereits bei fast allen Serienerzeugnissen außer dem Auto – den Markt bestimmen zu können, zeigt die hohe Beteiligung chinesischer Anbieter: Sie haben – bisher allerdings nur zahlenmäßig – die deutschen Aussteller überrundet.
