Seit Einführung des Xenon-Lichts in den 1970er-Jahren hat das traditionelle Werk in Berlin-Spandau, das in den letzten 10 Jahren schrittweise zum Kompetenzzentrum für Hochdrucklampen um- bzw. ausgebaut worden war, insgesamt 100 Millionen Lampen hergestellt. Den Xenon-Brenner, wie die Techniker das Herzstück der Lampe nennen, erzeugt Osram seit damals in Berlin.
Heute ist Osram laut Eigenangaben Weltmarktführer bei Xenon-Lampen für die Automobilindustrie – unter anderem dank voll automatisierter Produktion und Bestwerte bei Qualität und Lebensdauer der Leuchtmittel.
Über dem Werk in Spandau ziehen mit dem von Osram-Chef Wolfgang Dehen ausgerufenen neuen Sparprogramm wieder einmal dunkle Wolken auf: In Berlin, wo Osram noch 1.280 Mitarbeiter beschäftigt, werden 283 gehen müssen. Gerechnet worden war mit 100, wobei der Stellenabbau „nach Möglichkeit sozialverträglich“ erfolgen soll. Ende heurigen Jahres sollen es noch 1.180 Mitarbeiter sein. Das Konzernsparprogramm sieht bis 2017 dauerhafte Kostensenkungen in Höhe von 260 Mio. € vor. Im Konzern müssen insgesamt fast 8.000 Leute gehen, davon 1.700 in Deutschland. Seit 2008 sind in Berlin mehr als 1.000 Arbeitsplätze gestrichen worden.
Auch bei Autoscheinwerfern geht der Umsatz mit klassischen Leuchtmitteln zurück, der Trend geht zu LED. Berlin ist bereits ein Hochtechnologiestandort unter den Produktionsstätten von Osram. Die Gewerkschaft fordert laut dem Betriebsrat für den Standort Berlin, daraus einen Vorzeige- und Entwicklungsstandort mit Pilotfunktion zu machen, um für die Zukunft gerüstet zu sein.
