Bekanntlich hatte Saab im Dezember 2011 Insolvenz beantragen müssen, im Juni 2012 übernahm NEVS die verbliebenen Vermögenswerte und kündigte die Produktion einer elektrisch angetriebenen Version des Saab 9-3 an. Ab Herbst 2013 wurden in Trollhättan tatsächlich (konventionell motorisierte) Autos produziert, doch bereits im Mai 2014 standen die Bänder wieder still – der Hintergrund waren Liquiditätsprobleme. Der „kurzzeitige Stopp der Produktion“, die ohnehin niemals über 6 Autos pro Tag hinausgekommen war, dauert seither an.
Aufgrund offener Rechnungen brachte nunmehr der Zulieferer Labo Test, der unter anderem Klimasysteme herstellt, einen Konkursantrag gegen NEVS ein. Dieser Antrag hätte am 8. September verhandelt werden sollen, wurde am 13. August aber wieder zurückgezogen. NEVS habe von Verhandlungen mit neuen Investoren berichtet, teilt Labo Test mit: Deren Ergebnisse wolle man abwarten.
NEVS selbst hält sich mit öffentlichen Stellungnahmen zurück. Ein Sprecher bestätigte lediglich, dass derzeit nicht alle Verbindlichkeiten bedient werden können: „Das tut uns sehr leid, und wir arbeiten an kurzfristigen Lösungen.“
Unmittelbare Auswirkungen auf den österreichischen Markt gibt es unterdessen nicht: Die „neuen" 9-3 wurden hier nicht angeboten, die Teileversorgung für Bestandsfahrzeuge erfolgt über ein nicht zu NEVS gehörendes Unternehmen.
