Seit dem 1. Jänner 1990 werden in Österreich nur mehr weiße Kennzeichen ausgegeben, im November 2002 erfolgte die Umstellung auf die EU-Kennzeichen. Dennoch entfallen nach wie vor 3 % des Kfz-Bestandes auf Fahrzeuge mit schwarzen Kennzeichen, geht aus den Daten des Versicherungsverbandes hervor. Gegenüber dem Jahr 2011, als noch knapp 270.000 „schwarze Taferln“ gezählt wurden, entspricht dies einem Rückgang um ungefähr 50.000 Fahrzeuge.

 

Die meisten alten Kennzeichen gibt es aktuell in Niederösterreich (66.720), Oberösterreich (45.060) und der Steiermark (38.854). Nach Zulassungsbezirken betrachtet, liegt Wien naturgemäß vorneweg (12.176 Fahrzeuge), gefolgt von den niederösterreichischen Bezirken Mistelbach (6.499), Amstetten (5.517) und Gänserndorf (5.261).

 

Viele Leser werden sich daran erinnern, dass der Kennzeichenumstellung im Jahr 1990 heftige Kontroversen vorhergingen: Als einer der schärfsten Kritiker wollte der Künstler Friedensreich Hundertwasser die „Visitenkarte der Nation“ erhalten. Schwer von ihren „schwarzen Taferln“ trennen konnten sich auch all jene Fahrzeughalter, die besonders niedrige Nummern auf den Kennzeichen trugen. Sie wurden umgangssprachlich zum „Nummernadel“ gezählt.

 

Detail am Rande: Wer heute noch ein schwarzes Kennzeichen – und damit ein über 25 Jahre altes Fahrzeug – besitzt, kann unter gewissen Voraussetzungen den „Oldtimerrabatt“ der Wiener Städtischen in Anspruch nehmen. Diese Halbierung der Haftpflichtprämie wird gewährt, wenn der Versicherungsnehmer sein Auto höchstens 120 Tage pro Jahr für Ausfahrten nützt, mindestens ein weiteres (zugelassenes) Fahrzeug besitzt sowie Mitglied eines Oldtimervereins ist.