Jeder schiebt dem anderen die Schuld in die Schuhe, kommerziell übrig bleibt das Handels- und Servicegewerbe. Diesbezüglich bin ich mir mit den Machern anderer Fachzeitungen einig, dass allen Entschließungen im Handel der Mut zur Tat fehlt. Der Autohandel muss mit Taten aufzeigen, welche Kraft diese Sparte ausprägt, was sie zum wirtschaftlichen Wohlbefinden in der Republik beiträgt. Selbst langgediente und erfolgreich gewesene Funktionäre sind verhaftet in ihrer Sturheit. Die Partei ist ihnen alles, auch wenn die Partei längst nicht mehr viel für unser Gemeinwohl übrig hat. Doch man macht keinen Erfolg mit alten Parteifreunden. Man macht ihn mit der Generation Zukunft. Sie muss darauf achten, dass unsere ernsthaft in Schwierigkeiten steckende Wirtschaft wieder den nötigen unternehmerischen Freiraum bekommt, um Wirtschaft zu betreiben, Arbeitsplätze und damit Kaufkraft im eigenen Land zu schaffen.
Signifikantes Detail: In der von uns respektierten Fachzeitung „KFZ wirtschaft“ wird zwar KFZ groß, Wirtschaft im Logo klein geschrieben, aber über mehrere Seiten ausgebreitet, was alles verabsäumt wurde und wie böse Hersteller und Politik mit unserer Branche verfahren. Jedoch eine Abrechnung ohne Perspektive, obwohl Chefredakteur Wolfgang Bauer richtigerweise ein „gerüttelt Maß an Mut, ein Selbstbewusstsein und vor allem ein Aufzeigen, worin die Notwendigkeit und Kompetenz des Automobilhandels besteht“ fordert. Von wem? Unsere Erfolgsgeneration ist müde geworden und ihre Hinterlassenschaft ist – leider – nicht zukunftstauglich. Ergo müssen Resolutionen Richtungsangaben enthalten, die von der gebeutelten kleinstrukturierten Wirtschaft aufgenommen werden, bei der Umsetzung aktiv mitzuwirken. Das ist Teil moderner Lobbyingarbeit! Ein Bespiel: Branchenvertreter mit 50 bis 100 Fahrzeugen demonstrieren vor dem Regierungssitz auf dem Wiener Ballhausplatz für eine Verbesserung ihrer Wirtschaftsbedingungen (Steuerentlastungen, Investitionsanreize, Verkehrsverbesserung etc.) Gleichzeitig bekunden Kfz-Unternehmer ihre Solidarität mit den Branchenspitzen, indem sie, je nach Betriebsgröße, Teile ihrer Belegschaft zur Unterstützung auch zum Ballhausplatz entsenden.
Stellen Sie sich vor, in über 1.000 Autos für die Branchenbelange demonstrierende Sympathisanten wollen gleichzeitig zum Ballhausplatz. Da wird es eng auf Wiens Straßen und wenn Autofahrer via Facebook, Twitter usw. auch noch aktiv werden, können Politiker und Staatsfernsehen nicht weiter darüber hinwegsehen, dass es der heimischen (!) Fahrzeugbranche wieder besser gehen muss, um die Wirtschaft am Leben zu erhalten. Mehrfach mit steigender Beteiligung wiederholt, macht sogar unserer ansonsten gleichgültig agierenden Regierung klar, dass Automobilwirtschaft nicht mutwillig drangsaliert werden darf. Durch die politisch motivierte Antiautostimmung sind bereits zu viele Existenzen bedroht. Wut muss zu Mut mutieren und den muss man haben. Ein Thema, das wir Branchenmedien gemeinsam spielen können. AUTO & Wirtschaft – Lederers Medienwelt – ist bereit, diesen Weg zu gehen.
