Komm.-Rat DI Dr. Peter Hodecek, Leiter des Arbeitskreis Recht, Fachverband Abfall- und Abwasserwirtschaft WKO, forderte im Rahmen eines Workshops zum Thema „Illegale Altfahrzeugexporte sind kein Kavaliersdelikt“ Ende Mai die Einführung des Nachweises der Reparierbarkeit und Geringfügigkeit der Reparaturkosten von Altfahrzeugen im Zuge einer verbindlichen Kaufüberprüfung bzw. Exportbescheinigung durch §-57a-Beauftragte. Demnach sollten nur mehr Fahrzeuge zum Export zugelassen werden, die als verkehrssicher eingestuft werden.
In weiter Folge ließe sich dadurch der illegale Export von „Abfall“ – also Fahrzeuge, die die Prüfung nicht bestehen – nach Afrika, Asien und den Rest der Welt erheblich eindämmen. Laut Ing. Walter Kletzmayer, GF ARGE-Schredder, wurden 2013 von den 262.000 Altfahrzeugen nur 74.000 Stück in Österreich verwertet. Der Verbleib von geschätzt 190.000 Altfahrzeugen ist hingegen ungeklärt. Diese „verschwundenen Fahrzeuge“ würden laut Kletzmayer „einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden im EU-Raum zur Folge haben“. So seien in den vergangenen 10 Jahren zirka 75 Mio. Tonnen Stahlschrott, 2,5 Mio. Tonnen Leicht- und Buntmetalle wie Alu und Kupfer und 300.000 kg Edelmetalle aus der Platingruppe unwiederbringlich verloren gegangen.
Auch die von der Versicherungswirtschaft betriebenen Wrackbörsen tragen vermutlich in diesem Zusammenhang einen erheblichen Teil zum Verschwinden der Fahrzeuge aus Österreich bei. Nach Auffassung von Komm.-Rat Burkhard Ernst, BGO des Fahrzeughandels, wäre der geforderte verpflichtende „Ankauftest“ eine wirksame Handhabe um den Export von Altfahrzeugen über die Wrackbörsen zu verhindern. Es müsse der Branche allerdings auch klar sein, dass damit auch der selbst betriebene Altfahrzeugverkauf mancher Händler an ausländische Abnehmer erschwert werden würde.
Wie unsere Umfrage auf www.info4you.co.at zeigt, sieht das die Branche ähnlich. So halten bei Redaktionsschluss 56 Prozent der Befragten die Einführung eines verpflichtenden „Ausfuhrtests“ für Altfahrzeuge „für eine gute Idee, weil damit der Export über die Restwertbörsen endlich unterbunden wird“. Nur 11 Prozent sehen ein Problem darin, weil, wie auch Ernst zu bedenken gibt, „damit Autohändler beim Altfahrzeugexport behindert werden.“ 33 Prozent der Befragten halten die Diskussion für Zeitverschwendung, „weil die Branche“ derzeit „wirklich wichtigere Probleme“ hat.
