Geht es nach dem Willen der Rot-Grünen-Stadtregierung, soll im Zuge der Smart City-Strategie der Autoverkehr in Wien halbiert werden. Derzeit beträgt der Anteil des motorisierten Individualverkehrs in Wien 28 Prozent, bis 2030 soll dieser auf 15 Prozent nahezu halbiert werden, bis 2050 auf deutlich unter 15 Prozent. Gelingen soll das mit verbesserten Angeboten bei Öffis und der Rad-und Fußgängerinfrastruktur. Diese Smart City-Strategie sei ein Affront gegen individuelle Mobilität, lassen Dr. Felix Clary und Burkhard Ernst, Sprecher des Forum Mobilität.Freiheit.Umwelt via dem Lobbyingbüro Rosam Change Communications den Stadtregierenden ausrichten. Der Wirtschaftsstandort Wien sei gefährdet und die Einschränkung der freien Wahl der Mobilität allemal. Das war es auch schon wieder. Das Thema „Automobil“ ist gesellschaftspolitisch begraben. Also nur nicht die Totenruhe stören, lautet der Arbeitsauftrag der Interessenvertretung(en).

 

Häupl und Vassilakou schert das sowieso alles einen Dreck, was die Wirtschaft, die Bevölkerung belastet. Generationengerechtigkeit lautet das politische Schlagwort. Ernst wandte sich an den Wiener ÖVP-Nationalrat und ÖVP-Bundesverkehrssprecher Andreas Ottenschläger, dem gemäß Wahlwerbung die Entscheidungsfreiheit des einzelnen Menschen ein großes Anliegen ist und er in seiner Parlamentsarbeit dem gegenläufigen Trend entgegen wirken will. Alle Argumente der Fahrzeugwirtschaft hat er sich von Ernst angehört, bejaht sie und versprochen, sich einzusetzen für weniger Bevormundung der Bürger und Mittelstandsentlastung der Betriebe.

 

Ob es das Papier wert ist, worauf das alles geschrieben steht, ist – freundlich betrachtet – abzuwarten. Inzwischen kann das jüngste Strategiepapier von Häupl und Vassilakou – seine die Wirtschaft zersetzende Wirkung – in aller Öffentlichkeit ungehindert fortsetzen. Geht es seitens der Kfz-Branche in dieser widerstandslosen Tonlage so weiter, brauchen wir nicht bis 2030 oder 2050 zu warten, um Häupls und Vassilakous  „Smart City“-Rahmenstrategie Realität werden zu lassen. Aber bitte nicht die Totenruhe stören, liebe Interessenvertreter – wobei Ausnahmen wie Ernst, Clary, Schirak oder Oberwallner die Regel bestätigen.