Schiraks Appell ist kompetent, jedoch völlig aus der Zeit. Auf seine Erkenntnis, dass der „Fahrzeughandel bei den Überlegungen und Grundsatzentscheidungen der Hersteller die Zukunft betreffend kaum ein besonderes Mitspracherecht beanspruchen können“, die Forderung nach „klaren Aussagen“ aufzustellen, ist naiv.

 

Natürlich wird es klare Aussagen geben seitens der Hersteller. Nämlich in den Einzelfällen und die gehen meistens zu Lasten des Autohandels aus. Für Leserinnen und Leser der Medien aus Lederers Medienwelt, ist das alles nichts Neues. Wahrscheinlich aber für die Masse der Bevölkerung. Antiautostimmung ist modern und verdrängt die wirtschaftspolitische Bedeutung in Richtung weiteren Arbeitsplatzverlust und damit verbundenem Kaufkraftschwund. Inakzeptabel sind die Aktionsbeispiele von gebildeten, wohlmeinenden Branchenvertretern, zumal wenn sie im Gewand (kammer)moralisch mahnender Fürsorge daherkommt: „Nicht aufmucken, die Kammerstrukturen lassen es nicht zu. wir Funktionäre werden vom Präsidenten zurückgepfiffen. Wir dürfen ja nicht usw.!“

 

Die Urheber solcher und ähnlicher Sprüche, wie jeder Autohändler landauf und landab sie schon dutzendfach vernommen hat, weisen selbstverständlich weit von sich, nichts für die Autobranche zu tun. Man kennt das. Zweimal im Jahr hockt das Fahrzeuggremium zusammen. Raus kommt wieder einmal eine Entschließung, das herrschende, pathologisch gute Gewissen darauf insistiert zu haben, dass doch sein kann, was nicht sein darf, allen Rationalisierungen zum Trotz. Liebe Gremialfachleute von Rang und Namen, legt den Fokus nicht auf die Vergangenheit, sondern auf die Gegenwart. Denn nicht was war, macht dem Autohandel im Land heute Sorgen, sondern das, was ist.