Statt mit einem Machtwort die Bürgerwünsche durch- und deren Willen umzusetzen, schob die Grünpolitikern abermals „Experten“ die Verantwortung zu, die dann darüber entscheiden sollten, welche Verbindungen rund um die Fußgängerzone wieder geöffnet werden sollen.
Aus welchem Grund auch immer sich diese „Experten“ für die nun vorgeschlagene Lösung entschieden haben mögen, sie trägt eine Handschrift, die grünen Visionen sehr nahe kommt. Statt die Anrainer der Nebengassen von Neubau und Mariahilf, die unter dem MAHÜ-Projekt unter mehr Verkehr denn je leiden, zu entlasten und die alten Querungen wieder herzustellen, wird unter dem Experten-Deckmäntelchen der nächste Murks ausgeheckt: Künftig soll es für den Anrainer- und Kundenverkehr nur eine zusätzliche Querung durch die Schottenfeldgasse über die Mariahilfer Straße in die Webgasse geben.
Doch es wären nicht „Experten“, hätten sie darin auch Schikanen in Hülle und Fülle verpackt: Die Schottenfeldgasse wird im Bereich der Lindengasse „gestürzt“, das heißt die Einbahn Richtung 8. Bezirk umgedreht, die nächsten Staus in Nebengassen sind so garantiert. Gleiches gilt für die Verbindung Stumpergasse-Kaiserstraße, wo in der Stumpergasse die Einbahn zwischen Schmalzhofgasse und Liniengasse umgedreht und damit die Verbindung gleichsam gekappt werden soll.
Wer auch immer hinter dieser Lösung steckt: Sie steht dafür, den Individualverkehr weiter aus den beiden Innenbezirken zu verdrängen und autofahrenden Anrainern und Kunden der mittlerweile stark in Mitleidenschaft gezogenen Geschäfte das Leben zur Hölle zu machen.
Basisdemokratische Entscheidungen sind den Grünen offensichtlich schon lange fremd, sie basteln weiter fanatisch und verbissen an ihrer Vision einer autofreien Stadt und haben nicht einmal den Mut, ihre Pläne auf die eigene Kappe zu nehmen. Mit zähneknirschender Herzlichkeit erbauen sie eine innerstädtische Trutzburg und ignorieren gnadenlos die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger.
Längst wäre es an der Zeit, dass SP-Bürgermeister Michael Häupl den kleinen Koalitionspartner endlich in die Schranken weist – vielleicht auch aus reinem Selbstschutz: Denn die Wiener Gemeinderatswahlen finden in etwas mehr als einem Jahr statt und viele Wählerinnen und Wähler werden bis dahin sicher nicht vergessen haben, dass ihre Forderungen nicht einmal das Papier wert sind, auf dem sie diese angekreuzt haben.
