Wenn Professor Hannes Brachat in seinen Perspektiven 2014 den Handel als „Herzstück jeder Marke bezeichnet“, mag das schon richtig sein, insbesondere dann, wenn der Handel das besonders gut macht, was das Internet nicht kann: Probefahrten, Service, Kundenkontakt!. Das funktioniert jedoch nur bei ausreichender Rendite und die geht weiter zurück.
Nun können Praxistipps beim Händler vor Ort immer noch das eine oder andere Wunder bewirken, in Summe flaut der Neuwagenhandel ab. Bei allen Marken! In Österreich werden von den Importeuren beharrlich 320.000 Pkw-Neuzulassungen verlautbart und von den Vertretern im Handel nachgeplappert, ohne die Realität zur Kenntnis zu nehmen.
Unverhältnismäßige Steuerbelastungen rauben uns Menschen das Geld aus der Tasche und die Industrie samt Arbeitsplätzen wandert dorthin ab, wo das Geschäft noch rentabel ist. Das ist sicher nicht in Europa. In schrumpfenden Märkten bieten sich dem Autohandel immer weniger Differenzierungsmerkmale, Markenbildung findet in allen Kanälen statt. Das Internet ist das Schaufenster und die, die noch kaufen können/müssen, nutzen diese Einrichtung zum Preiskampf.
Gut, unsere Berufsvertreter stiegen auf die Barrikaden, um doch noch den einen oder anderen kleinen Erfolg im Ringen um das wahre Ausmaß der österreichischen Autoluxussteuer zu erzielen. Tatsache bleibt, dass die Bürger und Bürgerinnen sich das Autofahren immer weniger leisten können, denn es wird überall von Bund, Land, Gemeinde und Dienstleistern die Hand aufgehalten, uns Automobilisten abzukassieren.
Das alles interessiert die global aufgestellten Autohersteller grundsätzlich nicht. Ihre Wachstumsmärkte befinden sich in China, in Brasilien, wieder in den USA und vielleicht in Russland. Die Indien-Euphorie ist inzwischen wieder verflogen. Eigenständige vor Ort funktionierende Wirtschaft zu organisieren steht zu dem nicht im Programm der Politik.
Mit dem neuen Steuerbelastungspaket schafft sie Arbeitslosigkeit, in dem sie weltweit anerkannte in Österreich angesiedelte Firmen vertreibt. Wird unserer Wirtschaft vor Ort nicht wieder der Vorrang eingeräumt, der ihr gebührt, ist es vorbei mit dem Wirtschaftswunderland Österreich und wir können uns die 320.000 prognostizierten Neuwagenverkäufe als Makulatur auf die Wahlzettel schreiben. Vielleicht hilft das gegen die Politikverdrossenheit.
