Demnach bestätigen die Deloitte-Experten die Manipulation der Teilnehmerzahl. Auch belegt der Bericht, dass die Reihenfolge der Fahrzeugmodelle nicht mit den Ergebnissen der Preisverleihung am 16. Januar 2014 übereinstimmt. Gründe für die falschen Ergebnisse sind Deloitte zufolge sowohl vorsätzliche Veränderungen als auch eine technisch fehlerhafte Verarbeitung der Daten.
Der ehemalige ADAC-Kommunikationschef habe am Vormittag des 28. November 2013, dem Tag der Ergebniskommunikation, auf seinem PC verschiedene Szenarien simuliert, bei denen sowohl die Stimmenzahl als auch die Zuordnung der Stimmen zu den einzelnen Modellen willkürlich verändert wurden.
„Die Simulationen erfolgten auf unvollständigen Zahlen“, sagt Frank Marzluf, Partner Forensic bei Deloitte. Nach Auswertung von Deloitte seien insgesamt 45.202 Stimmen abgegeben worden. 3.271 Stimmen fielen auf den VW Golf, 1.703 Stimmen auf den BMW 3er, 1.664 Stimmen auf den Audi A 3, 1.320 Stimmen auf die Mercedes A-Klasse und 1.184 Stimmen auf den Škoda Octavia.
Zum Vergleich: Im (nicht korrekten) ADAC Ranking liegt der VW-Golf mit 3.409 Stimmen voran, ihm folgt der Audi A 3 mit 1.765 Stimmen, gefolgt von der Mercedes A-Klasse mit 1.418 Stimmen, Škoda Oktavia mit 1.237 Stimmen und dem VW-Tiguan mit 1.114 Stimmen. Letzterer wurde später lt. Deloitte durch die BMW-5er-Reihe ersetzt.Lt. Deloitte gebe es auch klare Anhaltspunkte, dass ähnliche Veränderungen auch in den Vorjahren vorgenommen worden sind.
„Wir verstehen den Unmut der Automobilhersteller und der Öffentlichkeit und bedauern zutiefst, dass wir mit den jetzt bewiesenen Manipulationen sehr viel Vertrauen verloren haben. Dafür möchten wir uns bei unseren Mitgliedern, den ADAC Mitarbeitern sowie den betroffenen Automobilherstellern in aller Form entschuldigen. Die Auszeichnung Gelber Engel wird es in Zukunft definitiv nicht mehr geben“, sagt Dr. Karl Obermair, Vorsitzender der ADAC Geschäftsführung. Deloitte werde die Wahl zum Lieblingsauto von 2005 bis 2013 sowie die übrigen Gelber Engel-Kategorien seit 2005 „lückenlos analysieren“.
