Wenn die Regierung den Artikel 12 des Normverbrauchsabgabegesetzes 1991 heute (29. 1.) im Ministerrat tatsächlich in der Form beschließt, wie er in der Regierungsvorlage ausgeführt ist und keinerlei Deckelung der ermittelten Prozentsätze einzieht, dann ist es für alle jene KollegInnen die sich auf den Import und Handel von Premium-Fahrzeugen spezialisiert haben, nicht mehr „fünf Minuten vor Zwölf sondern bereits weit nach Mitternacht.

 

Ein kleines Beispiel gefällig ? Die derzeit im Regierungs-Entwurf vorgesehene Formel für die künftige NoVA-C02-Abgabe lautet: NoVA-C02-90:5 = Prozentsatz vom Wert - € 400,-- plus 20 % USt. Das ergibt bei einem Fahrzeug mit einem Einstandswert von € 150.000,-- und einem C02-Wert von 350 g/km folgenden Abgabewert: 350-90=260:5=52% von € 150.000,- = € 78.000,-- minus € 400,-- ergibt = € 77.600,-- als NoVA-C0²-Abgabe und ergibt plus 20% USt. eine Gesamtbelastung von:

 

     Einstandspreis = € 150.000,--

NoVA-C02-Abgabe = € 77.600,--

                             € 227.600,--

        + 20 % USt. = € 45.520,--

             Gesamt = € 273.120,--

 

Einfach abenteuerlich, aber kein Scherz, auch wenn wir uns mitten im Fasching befinden, kann ich bei diesem Entwurf, überhaupt keine Stelle zum Lachen finden. Ganz im Gegenteil, sollte dieser Entwurf in seiner derzeitigen Form, ohne jegliche Deckelung tatsächlich vom Ministerrat beschlossen werden und mit 1. März 2014 in Kraft treten, so wird das für viele Betriebe, die sich in diesem Marktsegment eine Klientel aufgebaut haben, über kurz oder lang, auch das Aus bedeuten.

 

Bleibt nur zu hoffen, daß am Ende doch noch ein Quantum Vernunft bei den Entscheidungs-Trägern eintritt und nicht aus einem fadenscheinigen, völlig unrealistisch dargestellten Pseudo-Umweltschutz, das Kind mit dem Bad ausgeschüttet wird. Dies um so mehr, als es letztendlich nicht nur um den Verkauf von großvolumigen Fahrzeugen, sondern im Anschluß daran, auch um eine jahrelange Werkstätten-Auslastung mit den damit verbundenen Arbeitplätzen und die Existenz einer ganzen Reihe von spezialisierten Betrieben geht.

 

Komm. Rat Franz R. Steinbacher