Diesen Schritt der „reifenwelt Medien- und Verlagsgesellschaft“, ein eigenständiger Unternehmensbereich der Tyre24Group, erklärt Chefredakteur Peter Schmidt so: „Wir haben erkannt, dass trotz des schnellen monatlichen Zeitungsdruckes viele Artikel am Tag der Veröffentlichung schon veraltet sind.“ Eine Print-Ausgabe laufe der Aktualität immer hinterher. Deshalb würde das Redaktionsteam die Weichen für die Zukunft stellen, und seine ganze Kraft in das Online-Medium investieren „und zwar komplett und ungekürzt, ganz ohne Abopflicht.“

 

Mit 13.000 Exemplaren, die bis dato auf 19.000 Stück gesteigert und an Kunden für den Online-Reifenhandel tyre24 in Deutschland und Österreich kostenlos verteilt wurden, wuchs die reifenwelt zum auflagenstärksten Printmedium der Reifenbranche. Ob die Rechnung aufgeht, bleibt dahingestellt.

 

Mittlerweile hat auch bei großen Medien ein Umdenkprozess eingesetzt: So finden sich immer häufiger neben dem schwieriger zu finanzierenden Gratis-Content – etwa auf dem Online-Portal der deutschen „Bild“-Zeitung – auch mehr und mehr Inhalte, auf die die User nur mehr gegen Bezahlung zugreifen können. Darüber hinaus schätzen Leser auch Print-Ausgaben, deren Gestaltung, Aufmachung, Gehalt und Bildersprache sich komplett von meist (äußerst) knappen Online-Berichten unterscheidet. Weshalb sich auch die Frage stellt, ob – wie in der Dezember-Ausgabe der reifenwelt in dicken Lettern kolportiert – diese Ausgabe wirklich „veraltet“ ist.