Wenn es um die Rahmenbedingungen für die Automobilindustrie geht, hat die alte (und wohl auch neue) Regierungsmannschaft keine gute Arbeit geleistet. Diesen Schluss legt eine aktuelle Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) nahe: Laut ihr hat Österreich als Standort für Zulieferunternehmen zwischen 2010 und 2012 rund 10 % an Attraktivität eingebüßt. Die größten Rückstände auf die führenden Nationen gebe es bei der hohen Steuerbelastung, den „unflexiblen Lohn- und Gehaltsfestsetzungen“, der zu komplizierten Steuerberechnung sowie den bürokratischen Belastungen, sagt DDr. Herwig Schneider, Geschäftsführer des IWI.
Angesichts dessen fürchtet Dipl.-Ing. Dr. Dietmar Schäfer, Vorsitzender der Arge Automotive Zulieferindustrie in der WKÖ, „weitreichende Konsequenzen aufgrund des Verlusts von lokaler Wertschöpfung und damit verbundener Arbeitsplätze“. Seine Mahnung an die Politik: „Es ist eine Minute vor zwölf. Wenn wir nicht bald das Ruder herumreißen und entschlossen in zukunftsorientierte Bereiche wie Bildung, Forschung und Innovation investieren, Bürokratie abbauen und die Flexibilität in der Produktion erhöhen, wird die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts weiter sinken."
