Während es noch keine offiziellen Verhandlungsresultate gibt, gilt es als ziemlich sicher, dass die beiden Regierungsparteien den „NoVA-Malus“ ein weiteres Mal anheben werden. Dieser betrifft aktuell Fahrzeuge, die mehr als 150 Gramm Co2 pro Kilometer ausstoßen, und erhöht sich mit jedem Gramm über dem Grenzwert. Ab 170 bzw. 210 Gramm Co2 werden weitere Strafzahlungen fällig.
Dieses Bonus-Malus-System sowie zahlreiche weitere Sonderregelungen machen die Berechnung der NoVA äußerst kompliziert. Alleine der offizielle Leitfaden des Finanzministeriums umfasst sage und schreibe 111 Seiten. „Die NoVA ist nicht nur für Kunden und Händler undurchschaubar geworden, selbst die Finanzbeamten blicken oftmals nicht mehr durch“, kritisiert Dr. Felix Clary und Aldringen, Vorsitzender des Arbeitskreises der Automobilimporteure.
Umso heftiger sind die Reaktionen der Kfz-Interessenvertreter auf eine neuerliche NoVA-Erhöhung. „Diese Ankündigung ist ein entgegengesetzter Schritt, um eine Erneuerung des Fahrzeugbestandes mit weniger Emissionen zu erreichen“, so Clary. „Eine weitere Anhebung widerspricht den immer wieder geäußerten Zielen einer Verwaltungsvereinfachung und bringt außerdem keinen nennenswerten Beitrag zur Budgetentlastung."
Ähnlich äußert sich Komm.-Rat Burkhard Ernst, BGO des Fahrzeughandels: „Diese Steuererhöhung widerspricht ganz klar den Ankündigungen von Kanzler Werner Faymann, der vor der Wahl angekündigt hat, keine Massensteuern einzuführen.“ Zudem sei eine noch höhere Zulassungssteuer „ökologisch nicht sinnvoll, da wieder keine neuen sauberen Fahrzeuge gekauft werden, sondern weiterhin mit älteren gefahren wird, die die Umwelt nachweislich stärker belasten".
