Mehr als 100 Experten aus Automobilzuliefererbetrieben schilderten in Tiefenbefragungen ihre Sicht der Zusammenarbeit mit den Automobilherstellern, darunter auch alle deutschen Premium-Marken. Wie die Autoren der Studie nach Auswertung sagen, würden die Studienergebnisse einen Trend belegen, der trotz nach wie vor positiver Kennzahlen durchaus das Potenzial habe, der deutschen Leuchtturm-Branche Strahlkraft zu nehmen.

 

Wenn es um echte Innovationen gehe, sei bereits heute wahrnehmbar, dass Neuheiten nicht mehr in deutschen Premiumfahrzeugen ihre Premiere feiern, sondern bei der Konkurrenz. Einen wichtigen Grund dafür orten die Experten bei den Veränderungen im Geschäftsmodell der deutschen Automobilindustrie: Bis zu 80 Prozent der Wertschöpfung eines Fahrzeugs werden durch den OEM zugekauft – bei gleichzeitig steigendem, kurzfristigen Kostendruck auf die Lieferanten.

 

In diesem Umfeld werde es immer schwieriger, gemeinsam Innovationen voranzutreiben und angemessen zu vergüten. Diese Entwicklung führe zu Spannungen, denn ohne faire Vergütung seien die Zulieferer auf Dauer nicht mehr imstande, deutschen OEMS auf Dauer die von ihnen verlangten Innovationen zu liefern. Die Hersteller seien dabei, so die Studienautoren, den Ruf deutscher Ingenieurskunst und automobiler Machbarkeit zu gefährden, weil sie sich zunehmend auf kurzfristige hervorragende Zahlen denn auf revolutionäre Technik und echte Innovationen konzentrieren.

 

„Weil die deutschen Hersteller in immer kürzeren Zyklen denken, könnten sie auf lange Sicht ihre Marktführerschaft bei den Innovationen im Auto einbüßen“, sagt Guido Hauptmann, Senior Manager bei goetzpartners. Um dem gegenzusteuern müssten die Hersteller ihre Lieferantenbeziehungen neu ausrichten, neben angemessener Vergütung sollten die Hersteller vor allem auch von der Innovationskraft der Zulieferer profitieren.