Da reden sich die Gründungsmitglieder Burkhard W. Ernst vom Bundesgremium Fahrzeughandel und Dr. Felix Clary vom Verband der Automobilimporteure – wo blieb da in feiner Dreieinigkeit die Bundesinnung der Kfz-Techniker – den Mund fusselig, den so wichtigen Wirtschaftsfaktor "rund ums Automobil" stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

 

Jeder 9. Arbeitsplatz hängt vom Automobil ab, das sind in Zulieferproduktion, Handel und Reparatur 450.000 Menschen mit einer Umsatzkraft von 43 Mrd. Euro. Pfau! Und was passiert damit in der Öffentlichkeit? Unsere Autowirtschaft wird weiter durch Sonne und Mond gewatscht, zum Umweltverschmutzer par excellence abgestempelt. Anstelle zu sagen, das Forum MFU muss im Endeffekt die ständigen Attacken auf die gesellschaftspolitische Akzeptanz für individuelle (Auto)Mobilität zurückdrängen können, wird mit Zulassungszahlen jenseits der 300.000 argumentiert, womit dem politischen Lager wieder alle Argumente gegen die Automobilität in die Hände gespielt werden, Emotion gegen statt für das Auto wird aufgebaut.

 

So bleibt alles Bemühen der Fahrzeugwirtschaft ein Lippenbekenntnis. Ein Vergleich mit dem Zigarettenkonsum drängt sich auf: Rauchen ist nahezu überall verboten, aber wirklich verboten auch wieder nicht, denn es bringt ja Steuereinnahmen. Deren bedienen sich Gemeinde, Stadt, Land und Bund sehr gerne. Verkehr(te) Welt! Hätten die MFU-Gründer gesagt, dass durch weitere restriktive Maßnahmen gegen die individuelle Mobilität tausende von Arbeitsplätzen verloren gehen, das Autohaussterben bereits voll eingesetzt hat, hätten TV-, Print- und Online-Medien groß darüber getitelt und geschrieben. Das war eine vergebene Chance mehr.

 

Wieder reden nur die Protagonisten sich in der Öffentlichkeit das Auto schön, anstatt einem Lobbyisten im Zuschnitt eines Wolfgang Rosam das Öffentlichkeitswerk machen zu lassen. Der muss mit ÖAMTC, ARBÖ, ÖBB und sonstigen Mobilitäts(dienst)leistern die Reihen schließen, um exakt in der Öffentlichkeit den gewünschten Erfolg zu realisieren. Da interessiert zunächst keine Forderung nach Vereinfachung der Normverbrauchsabgabe-Regelung (NoVA) oder die Anhebung der Angemessenheitsgrenze bei Fiskal-Pkw (Luxustangente) um 10.000 auf 50.000 Euro.

 

Bei neuerlich für 2014 postulierten bis zu 325.000 Neuzulassungen verschlägt es der schreibenden Journalistenzunft neuerlich den Atem. Die wahren Probleme des Autogeschäftes werden tabuisiert: 0,7 Prozent maximale Nettorendite pro verkauftes Fahrzeug? Uninteressant! Kurzzulassungsorgien, die jede Statistik verfälschen und dem Volk förmlich suggerieren, von einer Schadstoff-geschwängerten Autolawine erdrückt zu werden, ist die Bühne sicher, nicht jedoch das Ertragsproblem. Wer hat also ein Imageproblem: Diesel oder Diesel?