Die Fahrtauglichkeit von Senioren soll neu bewertet werden. Ich sehe schon unseren vitalen Herausgeber und Unternehmer, aktuell 77-jährig, seinen Führerschein abgeben müssen und das/die Auto(s) dazu. Oder gemäß der Schweizer Sicherheitsinitiative „Via Sicura“ ihm nur noch Fahren bei Tageslicht und nur im Ortsgebiet zu erlauben. Ein Autobahnfahrverbot gilt dann sowieso.

 

In Österreich wird zur Zeit noch auf Fahrtüchtigkeitstests für Senioren verzichtet. Vielmehr solle in entsprechenden Schulungen die Fähigkeit zur Mobilität erhalten werden, lautet eine Initiative des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Nun bin ich ja gespannt darauf, welche Marketingaktionen jetzt auf unsere Altengeneration einprasseln werden: Elektro-Rollator statt Fahrrad, Ganzkörperreflektoren für Fußgänger, Irisscanner usw. sind ab sofort wesentlich. Die Hochkonjunktur für Besserwisser ist eröffnet. Bahnfahren? Nein. Könnte ja kompliziert werden, genauso wie die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln.

 

Aus, Schluss, Basta: Wer 55 ist, hat sich vom Verkehr auszunehmen. Von jedwedem Verkehr, meine Damen und Herren! Alles zu gefährlich! Auf jeden Fall stumpfe ich langsam ab. Wenn ich als 62-Jähriger bald vor den Ewigen treten werde und um Erbarmen bitte für meine automobilen Missetaten, wird auch er sagen: „Gerhard Lustig – begib dich in die Hand der Gesetzeshüter; ich kann dein Altengejammer nicht mehr hören!" Toll, jetzt habe ich wieder ein schlechtes Gewissen und begebe mich im Internet eifrig auf die Suche nach Schulungshilfen. Oder ich warte, bis die Exekutive zur Erschließung weiterer Geldquellen Jagd auf uns „Golden Ager“ machen wird. Anmerkung: Die Überregulierer arbeiten hart daran, den Wirtschaftszweig Automobilität weiter zu lähmen. Weitere Umweltaktionen wären damit diesbezüglich überflüssig.