Nach einer Analyse des ADAC und der Uni Magdeburg seien viele Autos bereits ab Werk für Manipulationen „vorbereitet“, da die im Einsatz befindliche Elektronik nur unzureichend abgesicherte Software-Funktionen beinhalte und demzufolge keinen adäquaten Schutz biete. Dies ermögliche es den „Tacho-Tricksern“ vielfach erst, mit frei erhältlichen Manipulationsgeräten den Kilometerstand eines Autos einfach und schnell zu verändern.

 

Laut ADAC hätten diese es deutlich schwerer, wenn Autoproduzenten und Zulieferer aktuelle Sicherheitstechnik einsetzen würden. Als „besonders erstaunlich“ werten die ADAC-Experten die Tatsache, dass entsprechende Technologien wie SHE (Secure Hardware Extension) oder HSM (Hardware Secure Modules) bereits heute teilweise in den Steuergeräten der Fahrzeuge vorhanden, aber nicht aktiviert sind.

 

Je kräftiger zurückgedreht werde, desto mehr Geld zahle der Käufer zu viel. Wie der ADAC schätzt, seien bis zu 30 % aller Gebrauchtwagen in Deutschland manipuliert. Laut Polizei belaufe sich der volkswirtschaftliche Schaden durch Tachomanipulation in Deutschland auf etwa 6 Mrd. € pro Jahr.

 

Gegen die Vorwürfe wehrt sich der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA). Die Maßnahmen gegen Manipulation des Kilometerstandes würden ständig verbessert, darüber hinaus würden die Hersteller auch eng mit der Polizei und anderen Behörden zusammenarbeiten.

 

Etwas anders sieht man die Situation beim ADAC-Partnerklub ÖAMTC: „Manipulationen werden sich nie ganz vermeiden lassen, weil es sich dabei um einen Wettlauf zwischen Herstellern und Hackern handelt“, sagt ÖAMTC-Techniker Ing. Steffan Kerbl. „Es liegt unserer Meinung auch sicher nicht im Interesse der Hersteller, dass viele Gebrauchtwagen mit manipulierten Tachos unterwegs sind, weil dadurch vermehrt Schäden aufgrund nicht durchgeführter vorgeschriebener Wartungsarbeiten – wie etwa ein Zahnriementausch – auftreten können und die Kunden verärgern.“ Solange Daten im Fahrzeug gespeichert werden, bleiben Hackern Tür und Tor geöffnet. „Eine Möglichkeit wäre die Einrichtung einer externen, geschützten, behördlichen Datenbank, bei der die vom Fahrzeug zurückgelegten Kilometer aufgezeichnet und gespeichert werden.“