Dabei handelt es sich um die Wiedereinführung eines sektoralen Fahrverbots. Bereits einmal wurde diese Maßnahme 2007 auf der A 12 eingeführt und damit der Transport bestimmter Güter im Fernverkehr verboten. 2011 wurde das sektorale Verkehrsverbot aufgrund eines EuGH-Urteils wieder aufgehoben. Es könne sich bei der Ankündigung von Landesrätin Felipe, neben Euro 0 bis Euro 2 auch Euro 3 und Euro 4-Fahrzeuge auf Tirols Autobahnen verbieten zu wollen, nur um einen Irrtum handeln, so Gottfried Strobl, Obmann der Sparte Transport und Verkehr.
„Mehr als 70 Prozent des gesamten Lkw-Fuhrparks in Tirol fällt auf diese Klassen“, sagt Strobl, „sie jetzt zu verbieten wäre ein Anschlag auf die Tiroler Wirtschaft.“ Der internationale Fernverkehr wäre hingegen durch die viel höheren Kilometerleistungen und kürzeren Abschreibzeiten von dieser Maßnahme nicht betroffen. Euro-4-Lkw sind seit 1.1. 2006 bei Neufahrzeugen vorgeschrieben, die nun in Diskussion stehenden Fahrzeuge seien also maximal 6 Jahre alt.
„Die Diskussion um neue Fahrverbote, ohne dabei die Konsequenzen abzuwägen, ist kontraproduktiv und gefährlich“, sagt Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich. Mit der Diskussion über die neuerliche Erlassung eines Sektoralen Fahrverbots begebe sich das Land Tirol zudem wieder einmal auf das Glatteis des EU-Rechts. Ein weiteres Fahrverbot zu erlassen, ohne dass ausreichend Schienenkapazitäten zur Verfügung stehen, würde zu großräumigen Umwegverkehren, etwa über die Tauernachse nach Italien, führen.
