Die Tatsache, dass Autos im Preis-Leistungsverhältnis immer intransparenter werden und dass es eine ebenso harte wie attraktive Konkurrenz gibt, sind aber kein Grund, Böses zu vermuten. Und wenn da oder dort einer mit den Preisen schleudert, mit Rücknahme- und Tiefstpreisen protzt, so steckt nicht selten eine Importeursaktion dahinter.

 

Deswegen schleudert noch nicht die ganze Branche. Autohäuser mit guter Führung und noch besseren Kontakten, verdienen auch heute noch gutes Geld. Es ist vielmehr der Fall, dass der reale Bedarf an Automobilität schrumpft. Die Kunden haben immer weniger Geld und die Rahmenbedingungen zum Erhalt eines Automobils werden immer problematischer. Somit reagieren fachmännisch gemanagte Unternehmen mit noch mehr servicebetontem Marketing. Beraten und verkauft wird dort, wo es der Kunde haben will und nicht, wo der Verkäufer am bequemsten sitzt. Und das kann überall und jederzeit sein. Was zu Ende geht, ist die Zeit der Unflexiblen, der Schläfer und Glücksritter. Die Branche hat also keinen Mitleids-, aber sie hat einen Handlungsbedarf.

 

Die Importeure und ihre Verkaufsorganisationen müssen noch enger zusammenrücken und gerechter die Strategien ausarbeiten. Bei entsprechender kaufmännischer Sorgfalt auf allen Seiten und dem Eingeständnis, dass die Märkte längst nicht mehr hergeben, was mit Kurzzulassungsaktionen aller Art gewollt ist, werden knappe 300.000 Neuwagenverkäufe im Jahr dem Autohandel auch reichen, künftig das Auskommen zu finden. Davon wollen Hersteller nichts wissen und schassen lieber verdiente Manager in den Vertriebsregionen, weil sie das Wort Marktrückgang nicht akzeptieren wollen oder aktiengesteuert nicht können.

 

Den Rationalisierungsgedanken mit realen Zulassungsplanungen zu verfolgen, sei den Herstellern dringend geraten und den Händlern mehr Sinn für Marktwirklichkeit. Nur so kann der herrschende Überdruck vom Autoverkauf genommen werden, um wieder Luft für neue Erfolge zu bekommen. Nun ist bekannt, dass nichts so schwer zu korrigieren ist, wie ein beschädigtes Image. Einzelfälle einer in der Regel vorbildlichen Branche sorgen dafür, dass sie sich von ihrem Image-Defizit nicht erholen kann.

 

Der Lichtblick ist, dass der Neuwagenkauf unter allen Branchen und Produkten derjenige ist, bei dem die Konsumenten die geringsten Schwierigkeiten erwarten. Da öffnet sich ein unendliches Feld, Geschäfte und Rendite zu verbessern. Die Zeiten bleiben schwer genug. Image-Terroristen in den eigenen Reihen haben da keinen Platz mehr.