„Für die Chinesen zählt beim Autokauf vor allem das Prestige“, unterstreicht der Berater, der in Shanghai das Unternehmen „ABC Automotive Business Consulting“ betreibt. Ein ökologisches Bewusstsein sei nach wie vor so gut wie gar nicht vorhanden. Die Politik beschränke sich auf „Lippenbekenntnisse“, viele Fahrzeughersteller seien offensichtlich gar nicht an der Produktion serienreifer E-Modelle interessiert. „In China ist das Elektroauto daher derzeit so gut wie tot“, sagt Sikora.

 

Diese Einschätzung wird durch die Marktdaten bestätigt: 2012 wurden in China 11.375 rein elektrische Fahrzeuge und 1.416 Hybridautos abgesetzt, was lediglich 0,07 % des gesamten Neuwagenmarktes entsprach. Im ersten Quartal 2013 gab es 3.175 Neuzulassungen von Elektro- und Hybridfahrzeugen.

 

Dem gegenüber stehen hochtrabende politische Ankündigungen: Bis 2015 sollte ursprünglich ein Bestand von rund 500.000 elektrifizierten Fahrzeugen aufgebaut werden, für 2020 wurden sogar 5 Millionen Autos prognostiziert. Im Widerspruch zu diesen öffentlichen Aussagen aus Peking steht freilich, dass die wichtigsten Kaufanreize für Privatkunden bereits Ende 2012 ausgelaufen sind und bisher nicht erneuert wurden.