Das Bezirksgericht in Vänersborg habe bei der Ablehnung des in der vergangenen Woche eingebrachten Antrags auf Gläubigerschutz „viel strengere Standards als gesetzlich verlangt“ angewandt, lautet die Kritik des strauchelnden Autobauers. Im Gegensatz zur Auffassung des Gerichts verfüge man sehr wohl über zukunftsfähige Technologien, etwa ein zum Patent angemeldetes Motorenkonzept mit deutlich niedrigerem Spritverbrauch oder eine neue modulare Fahrzeugarchitektur.
Parallel versucht Saab, durch den Verkauf seiner „Phoenix“ genannten Fahrzeugarchitektur in letzter Minute Finanzmittel zu generieren. Die Technologierechte wurden vom Hersteller für 70 Mio. € an eine eigens geschaffene Gesellschaft namens „Swedish Automobile coöperatief U.A.“ weitergegeben, diese unterzeichnete wiederum ein Übereinkommen zum Technologietransfer an den chinesischen Autohersteller Youngman.
Die chinesischen Firmen Youngman und Pang Da hatten schon im Frühjahr Investitionen in Höhe von 245 Mio. € zugesagt, die bislang aber nicht getätigt wurden. Bei Saab verweist man darauf, dass die chinesische Regierung noch Genehmigungen erteile müsse und dies bis Anfang November geschehen werde. Branchenbeobachter warnen aber seit Längerem davor, dass sich die fernöstlichen Unternehmen in stillschweigender Übereinstimmung mit der chinesischen Regierung lediglich Schlüsseltechnologien sichern könnten, ohne zum Fortbestand der Marke Saab beizutragen.
Angesichts dessen erscheinen die Chancen, dass der Autobauer doch noch gerettet werden kann, immer geringer. Bei der heute beginnenden IAA in Frankfurt ist Saab jedenfalls nicht mehr vertreten.
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