Die amtierenden und stellvertretenden Gremialobleute Burkhard W. Ernst, Ing. Josef Schirak und Dr. Gustav Oberwaller rackern an der Spitze ihrer wenigen Getreuen für die Fortsetzung der bestehenden Händlerschutzbestimmungen. Das Gremialbüro wacht indessen über jedes Detail. Mag. Christoph Wychera mahnt uns zu zwei Korrekturen in unserem AUTO & Wirtschaft-Thema, Ausgabe September 2011, das wir auf Seite 8 als Zeitungslektüre in Umlauf gebracht haben.
„Die von uns kolportierten 18 Rückmeldungen stimmen nicht“, echauffiert sich Christoph Wychera, weil sich diese uns von seinem Gremialbüro genannte Zahl auf den Beginn der Umfrage am 20. Juli 2011 bezogen habe und per Ende August eine neue Auswertung der Teilnehmer veröffentlicht würde. Heute ist der 6. September 2011 – wo sind die Zahlen? Und: Komm.-Rat Schirak rackert nicht für eine „neue GVO“, wie wir geschrieben haben, sondern für die „Fortführung der bestehenden Händlerschutzbestimmungen.“ Leser, jetzt kennst Dich aus.
Spätestens jetzt hat das Bundesgremium in mir einen neuen Freund gewonnen: das Gremialbüro. Fast alle Autohandelsbetriebe, die der EU ihre Aufwartung in Form einer EU-weiten Erhebung machen wollten, wurden gestoppt. Nur wenige Unentwegte kämpften sich durch den Online-Dschungel. Um die haben sich die Funktionäre selbst gekümmert.
Gewiss, für diese neue Partnerschaft in der EU gibt es miese Gründe: Die Herstellerlobby will nicht, dass die GVO-Entscheidung wieder aufgeschnürt wird und hat die Erhebungsprozedur dermaßen verkompliziert, dass am Ende keiner mitmacht. Mit dem Ergebnis, dass mangels Händlerkritik für die EU alles in Ordnung ist.
Gleichzeitig kapieren die Beteiligten aber auch, dass mit Bruchstücken kein erkennbares Motiv gestaltet werden kann, das von der EU-Kommission anerkannt werden könnte.
Was lernen wir daraus? Die EU-Erhebung gleicht einer Feigenblattaktion. Eingebettet in die sentimentale Vorstellung, die Autohändler seien dazu verurteilt, allein zu bleiben. Ein Händlervolk abgesondert von wirtschaftlich fairen Rahmenbedingungen. Dieses Vorgehen drückt natürlich das Wunschdenken der Herstellerlobby aus, nicht eine Realität. Autohändler haben sehr wohl Freunde, und sie haben die Kraft, neue Freunde zu gewinnen.
Ach ja. Wichtig für die Kammerbeamten wie die Eierpreise in China sind die Zahlen. Aus Brüssel erhalte ich soeben die Mitteilung, dass mit Stand heute in EU-Europa 217 Teilnehmer online den Erhebungsbogen beantwortet haben, davon über die Hälfte aus Österreich.
Jedenfalls sind es zu wenig, um auf diese Weise in den tatsächlichen Entscheidungsebenen in Brüssel Gehör zu finden.
