Die grundsätzliche Frage nach einer Neuorientierung der globalen (Auto-)Wirtschaft stellt sich nun mit aller Macht der Österreicher Prof. Dr. Ferdinand Piëch. Mit dem Einstieg von Volkswagen bei Suzuki bricht er Japans Autowirtschaft auf, um die asiatischen Wachstumsmärkte zu erobern. Was fehlt, ist Russland. Mit Deutschlandfreund Vladimir Putin lässt sich auch das regeln. Zur Not assistiert ihm Karl Schranz, der schon bei der Olympiabewerbung Sotschis ganze Arbeit für Russland geleistet hat.
Der Erfolg von Piëchs Anspruch wird davon abhängen, ob Piëch genügend Zeit dafür bleibt, sich seinen Lebenstraum als „Weltautomeister“ erfüllen zu können.
Der marode Heimmarkt bleibt an Martin Winterkorn hängen. Piëch denkt indes darüber nach, was er mit seiner Marke „Weltauto“ noch alles anstellen kann. Für das Entstehen von neuem Autoleben unter seiner Fuchtel macht er weiter mobil. „Worldcar-Producer“ ist die klingende englische Ausprägung für Piëchs ungebremsten Expansionstrieb. Der Suzuki-Deal ist für Piëch nicht Ende der Fahnenstange. Das Bündnis wird über kurz oder lang dem japanischen Kleinwagenprofi die Luft nehmen.
Raffgier statt Sparstift! Zuhause wird jeder Cent aus den Unternehmen gequetscht, um in globale Märkte zu investieren. Die Blutspur der kaputtgehenden Zulieferindustrie in Deutschland ist unübersehbar. Das DaimlerChrysler-, das GM-Desaster oder auch die Schwäche von Primus Toyota ficht ihn nicht an. An jedem Ort dieser Welt muss ein „Welt“Auto aus seinem Imperium existieren.
Das meiste ist auf Schulden gebaut, Herr Piëch! Anstatt sich an reale Marktverhältnisse anzupassen, steht Selbstvernichtung auf dem Programm. Das, lesen wir aus den Geschichtsbüchern, gab es vor noch nicht allzu langer Zeit, als dann die Industrie Schwerter anstatt Pflugscharen zu produzieren begann.
Bisher als unerschöpfliche, frei verfügbare Produktionsmasse betrachtet, wird Mobilität immer mehr zu einem knappen Gut, mit dem man sparsam umgehen muss. Nach Meinung von Piëch & Co. steht am Ende eine marktwirtschaftliche Lenkung, die neue Nutzungsrechte schafft und wie andere Knappheiten auch über den Preismechanismus gesteuert werden. Wer Piëch kennt, weiß, dass bei ihm nichts auszuschließen ist. Also lassen wir diese Spekulation auf uns wirken, die Realisierung ist nicht mehr fern u n d Piëch mitten drinnen. Wenn die göttliche Macht es zulässt. Was danach passiert, will sich niemand vorstellen ...
