Tatsächlich werden vermeintliche Schrottautos zusammen mit dem Fahrzeugbrief legal (und sei es mit einem blauen Überstellungskennzeichen) über die Grenze gebracht, wo schon Aufkäufer warten, um ihrerseits Drittmärkte zu bedienen. Deutschlands Altautomarkt dient aktuell als internationale Schulungsbühne für derartige Verwerfungen.
Bei der Alberner Hafenbrücke in Wien kann man z. B. das „Konjunkturprogramm für einen grauzonebehafteten Kfz-Handel“ schon länger beobachten. Gegen Cash geht alles und die Schrott- und Autohändler machen dabei auch ihren Schnitt, erläutern „Schrottauto-Paparazzi“ das Geschehen, das durch staatlich gestützte Abwrackprämien zusätzlich attraktiv wird. Die Schrottpressen sehen die allerwenigsten Fahrzeuge der angestrebten Kategorie, diese im Austausch gegen Neu- bzw. Jungwagen rasch vom Markt zu bekommen. Nun wollen Gegner der Verschrottungsprämie – liebevoll auch „Schrottauto-Paparazzi“ genannt – gegen diese Vermarktungswege auftreten.
Zum Altfahrzeug deklariert einfach gleich den Kfz-Brief mit zu vernichten, erachtet man in den (EU-)Ministerien für nicht nachvollziehenswert. Mit diesem Freifahrtschein zum Weiterverkauf lichtet sich jedoch rasch der heimische Kfz-Bestand – sehr zum Leidwesen der Kfz-Betriebe, die vom Service und Werterhalt der Fahrzeuge leben (müssen). Schauen wir, wie dieses Thema sich weiter entwickeln wird.
