Der Tod kommt immer zu früh, strapazieren wir das Klischee, er greift brutal hinein in das Leben und in die Arbeit eines Menschen. Im Mai wäre die in jeder Beziehung imposante Menschengestalt 79 Jahre alt geworden, den Lohn und den unternehmerischen Ruhm hatte er seit Jahrzehnten sowieso.
An der Seite seiner Witwe Margarete, der wie den Söhnen Walter und Andreas unser Mitgefühl gilt, entwickelte sich Birner zum Symbol dramatisch erkämpfter unternehmerischer Freiheit und Spontanität der Nachkriegsepoche.
Weniger Fortune war dem wuchtigen, inspirierenden und einflussreichen Meister im Teilehandelsgeschäft mit seiner Nachfolgeregelung beschieden. 2006 quittierte Sohn Walter im elterlichen Betrieb seinen Geschäftsführerjob im 23 Niederlassungen in Österreich und 6 in Ungarn umfassenden Autoteile- und Dienstleistungsunternehmen. Sohn Andreas hatte sich schon längere Zeit zuvor mit eigenen Geschäften verselbstständigt.
Sämtliche Verkaufsgerüchte um Birner haben bis dato nur als Mutmaßungen „überlebt“. Eine branchenhistorische Tatsache dürfte für den Nachruhm Birners sorgen: Die Liste jener Menschen, die aus seiner Kraft heraus selbst ihr unternehmerisches Können im Autoteilewesen an den Tag legen, ist lange.
Eine Stunde bei ihm war in jeder Hinsicht ein Ereignis. Er wusste alle Register zu ziehen von Intellekt und Geist und Wissen und Herz. Je mehr Leute sich daran rieben, desto mehr wurde er angeregt, riss er mit.
Der Tod des Harald Birner sei, wie jetzt zahlreiche Nachrufe eingestanden, ein enormer Verlust für die österreichische Unternehmerkultur. Nun muss der 60-jährige Prokurist Walter Gärtner das 1931 gegründete Unternehmen in die Zukunft geleiten.
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