Über die Resultate der Montag-Verhandlung wurde Stillschweigen vereinbart. Der Minister will das Ergebnis selbst verkünden. Eine Verschrottungsprämie auf deutschem Niveau (2.500 €) werde es nicht geben, dämpft die Regierung schon im Vorfeld der zu erwartenden Entscheidung allzu große Hoffnungen auf üppig fließende Fördergelder. Vielmehr fordert sie eine adäquate – paritätische – Mitfinanzierung des Autogroß- und Einzelhandels. Mitterlehner schätzt, mit der Öko-Prämie rd. „30.000 Autos nach Euro 0 und 1 (vor Bj. 1996) gegen umweltverträgliche Neuwagen tauschen zu können“. Die dafür unterjährig bemessene Laufzeit macht der Branche Sorgen.
Die Erneuerung und Modernisierung des Fahrzeugbestandes würde der Umwelt und der Sicherheit jedenfalls zuträglich sein, hebt Importeurssprecher Mag. Ingo Natmessnig grundsätzlich die Sinnhaftigkeit einer Verschrottungsprämie hervor. „Laut den statistischen Belegen der Autofahrerclubs sind die im Fokus stehenden Fahrzeuge älter als acht Jahre mit bis zu zehn Mal mehr Mängeln behaftet, als drei Jahre alte Autos“, ergänzt der Kfz-Sachverständige Komm.-Rat Franz Steinbacher.
Für Ing. Alfred Stadler von der Denzel-Gruppe bedarf es zur Anschaffung eines neuen Autos oder eines Jahreswagens nicht nur entsprechender politischer Entschlusskraft. Angesichts der vielen Kurzarbeitszeitmodelle und einer restriktiven Kreditpolitik der Banken hält er eine allzu optimistische Erwartungshaltung für unangebracht.
Die Prämie unterdrückt zwar die Symptome, beseitigt jedoch nicht die Ursache der Marktschwäche. Wer sich 2008 ohne Prämie kein neues Auto leisten konnte oder wollte, wird es auch 2009 nach Auslaufen der Prämie nicht tun.
Trotz unterschiedlicher Bewertungen stellt sich aber eine Erleichterung darüber ein, dass für die Autohandelsbranche endlich überhaupt einmal zielgerichtet politisch Weichen gestellt wurden.