„Verschrottungsprämien nein. Gut so. Belastet das Budget, ist langfristig sinnlos“, fließen die Gedanken des gescheiten Mannes aus seinem jüngsten Onlinekommentar.
Er fabuliert von  Zweit-, Dritt-, Viert- oder Fünftautos in Familien, nicht berücksichtigend, dass diese Vermarktungsformeln im globalen Expansionsstress lokal längst ihre Bedeutung verloren haben.
Handel und Gewerbe mit ihren annähernd 75.000 Beschäftigten hängen finanziell in den Seilen, weil der private Autoverkauf eingebrochen ist. Die Lage spitzt sich zu.
In dieser Phase von der Regierung eine 1.000-€-Umweltprämie zu verlangen, die auch diejenigen belohnt und motiviert, die ein noch werthaltiges Auto gegen ein umweltfreundliches tauschen wollen, ist daher mehr als legitim.
Eine nach Emissionsparametern oder Schadstoffklassen gestaffelte Prämie müsste sogar bis zu 3.000 € betragen, um einen wirksamen Anreiz für einen Sprung von Fahrzeugen beispielsweise von Euro 2 nach Euro 5 oder 6 zu bewirken. Die Erfahrungen mit der Verschrottungsprämie in Frankreich zeigen, dass ökologisch-ökonomisch begründete Maßnahmen den privaten Autokauf sehr wohl stimulieren können.
Denzel-Vorstandssprecher Ing. Alfred Stadler rechnet in einer für die Regierung aufgemachten Musterrechnung zur Ökoprämie bei 1.000 € vom Staat gegebener Verschrottungsprämie pro Fahrzeug vor, dass die Mehrwertsteuer- und Normverbrauchs-Einnahmen von 28.000 Zusatzverkäufen in etwa den Aufwand für die gesamte Ökoprämie finanzieren könnten. Ganz abgesehen von 120.000 t CO2-Reduktion bis 2012 lt. Kyoto-Zielvorgaben. So teuer und sinnlos ist das also gar nicht.
Herr Szemeliker! Sie fordern die Stärkung der Kaufkraft – auch der Autofahrer – mittels einer vernünftigen Steuerreform innerhalb einer EU-konzertierten Maßnahmenpolitik. Dann bitte führen Sie auch detailliert dazu das Wort, NoVA und Zusatz-NoVA abzuschaffen, denn diese Steuern gibt es sonst nirgends in EU-Europa. Es spricht nichts dagegen, Teile davon auf die Mineralöl- bzw. motorbezogene Versicherungssteuer als verbrauchs- bzw. emissionsabhängige Abgabe umzuwälzen. Durch die NoVA sind moderne Autos in Österreich wesentlich teurer als z. B. in Deutschland oder vielen anderen EU-Ländern.
Der Staat hält die Autofahrer seit Jahren im Würgegriff, obwohl er keine sparsamen und guten Autos baut, aber jede Menge Steuern einnimmt. Jetzt ist Ende der Fahnenstange und wir dürfen gespannt sein, wie Sie, Herr Szemeilker, vor dem Hintergrund rigider Kurzarbeitszeitmodelle für neue Kaufkraft werben wollen. Eine Anfrage in Ihrer Inseratenabteilung würde Sie rasch das Fürchten lehren. Die gescholtene Autoindustrie spart bereits heftig an den Werbeausgaben, die auch für „Den Standard“ nicht unwesentlich sein dürften.