Während Josef Alois Mayr von nicht vorhandener Krise fabuliert, geht seinen Händlern zunehmend die Luft aus. Wie allein muss Mayr seine Entscheidungen inzwischen treffen, wenn seine Spitzenleute reihenweise die Flucht ergreifen. Allein die Flottenverkaufschefs kann er bald im Dutzend einstellen, so rasch fallen sie wie die Holzingers, Floquets, Friedls usw. wieder aus.
Nicht aus den Importeursbeständen fallen die bis zu 2 Jahre alten (zu) hoch in der Bilanz bewerteten Flottenwagen, die niemand haben will und die sich auf diversen Stellflächen der Spediteure auf bis zu 500 Einheiten anhäufen. Diese Zahlen sind keine Schimäre. Das „Lager“ ist „max“imal ausgelastet!
Oder muss Dvorak & Partner in den sauren Apfel beißen? Nach außen von Mayr wie „sein“ importeurseigenes Einzelhandelsunternehmen präsentiert, sollen sich an den drei Standorten Brunn am Gebirge, Wien-Schönbrunn (am Standort des Importeurs) und Salzburg summa summarum weitere 200 Neuwagen auf Lager befinden, die sich nicht verkaufen lassen. Solange die Fiat-eigene Bank dafür Geld bereitstellt, fällt das in Italien wohl noch nicht auf, kritisieren Händler die „Blindheit der Konzernleute“. Importeure bedienen sich der Kurzzulassungsarithmetik, nur Mayr sei an Dreistigkeit nicht zu überbieten, schäumt der Handel.
Der selbsternannte Fiat-Zampano Mayr wird wohl noch geraume Zeit seine Bosse in Turin zu unterhalten wissen. Aber jedes Schneeballsystem hat Grenzen. Setzen die Verkäufe aus und herrscht weiter Angebotsüberdruck, dann passiert der Madoff-Effekt: Die Neu(kurz)zulassungen werden mit dem Geld immer neuer Fahrzeugzulassungen bezahlt, ohne tatsächlich Gewinne zu ergeben.
Und noch etwas: Die Autoverkäufer nahezu aller Marken haben kaum mehr echte Neuwagen ohne Kurzzulassung zur Verfügung. Denjenigen Käufern, die sich ein neues Auto leisten wollen zu erklären, dass ein Kurzzugelassener mit null Kilometer dennoch ein neuer ist, geht an die Grenzen der Argumentationskunst. Im Rücknahmefall schlägt sich das im Abwertungsbedarf zu Ungunsten des Kunden nieder. Womit wir unfreiwillig wieder beim „Rosstäuscher“-Image der Autohändler angelangt wären.
Währenddessen feiert der Importeur Josef Alois Mayr mit Dvorak & Partner gemeinsam Weihnachten. Warum sind nicht auch die anderen Händler dazu eingeladen?
Bei allen Problemen von Fiat in Turin, das gegen jede Vernunft gerichtete Mayr-Management hat ein Ablaufdatum. Die Wahrheit kommt ans Ziel, auch wenn der eine oder andere Händler zugrunde geht. Das ist der Preis der Managementkünste!
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