Die Neuwagen-Vermittlungsplattform Autogott.at ist im Aufwind. Mag.
Stefan Mladek und Lorenz Loidl erklären die Gründe.
AUTO&Wirtschaft: Wie hoch haben sich die Rabatte entwickelt?
Mladek: Im Vergleich zu 2013 werden sich die Rabatte nochmals um 1
bis 1,5 Prozent erhöhen, mit Ende November liegen wir bei
durchschnittlich 17,5 Prozent.
A&W: Warum werden die Nachlässe immer größer?
Mladek: Die Zeit zum Luft holen, um sich zu konsolidieren und normal
zu verkaufen, gibt es nicht mehr. Eine Kampagne reiht sich nahtlos an
die nächste.
A&W: Ist Autogott daran schuld?
Loidl: Das ist eine Entwicklung, die es schon länger gibt als
Autogott. Der Stückzahldruck wird immer größer, Österreich ist noch
immer ein funktionierender Markt, wo man mit Kampagnen etwas bewegen
kann. Wenn das Angebot passt, verkauft sich das Fahrzeug. Und da geht
es oft nur um ein paar Hundert Euro.
A&W: Wieso funktionieren Portale wie Autogott?
Mladek: Wir nehmen dem Kunden die Unsicherheit, ob er auch ein gutes
Angebot bekommen hat. In Zeiten permanenter Aktionen weiß der Kunde
nicht mehr, ob er einen guten Preis bekommt, das Vertrauen in den
Handel fehlt. Wir nehmen dem Kunden die unangenehme Tätigkeit des
Verhandelns. Bei uns bekommt er die Gewissheit, dass es ein gutes
Angebot ist.
A&W: Autogott ist in aller Munde, viele wissen aber noch immer nicht,
wie es genau funktioniert?
Mladek: Wir sind ein reiner Vermittler. Ein Großteil der Fahrzeuge
sind frei konfigurierbare Neuwagen auf Bestellung. Sobald der
registrierte Kunde ein Fahrzeug auswählt, bekommt der Händler, der
dieses Angebot eingestellt hat, eine Anfrage und macht sich den Rest
mit dem Kunden direkt aus: Kaufvertrag, Gebrauchtwagenrücknahme,
Leasing, Versicherung. Es ist kein Online-Geschäft. Der Kunde fährt
hin und unterschreibt.
A&W: Vor Kurzem haben Sie Ihre Plattform um Jungwagen erweitert, um
welche Fahrzeuge handelt es sich?
Loidl: Die Autos haben maximal 25.000 km und sind höchstens 18 Monate
alt, also hauptsächlich Vorführwagen und Mietwagenrückläufer. Der
Durchschnittsrabatt liegt mit 34 Prozent doppelt so hoch wie bei
Neuwagen und Kurzzulassungen.
A&W: Ford führt in Deutschland den Präsenzhandelsbonus ein, um die
Internetvermarktung transparenter zu machen. Wie sehen Sie das?
Mladek: Das begrüßen wir. Wir unterscheiden uns grundsätzlich von den
Plattformen in Deutschland. Diese versuchen, den Handel
auszuschalten, die sehen den Handel als Schwachstelle. Wir hingegen
sehen uns ausschließlich als Partner des Handels. Wir wollen mit dem
Händler arbeiten. Wir vermitteln nur, das Geschäft macht der Händler
direkt mit dem Kunden.
A&W: Aber Sie werden dafür kritisiert, die Preise kaputt zu machen?
Mladek: Wir machen die Preise nicht, die macht der Händler, der sie
bei uns einstellt. Die generelle Entwicklung am Automarkt ist
offensichtlich: Sinkende Schauraumfrequenz und Rabattschlacht. Die
Internettransparenz setzt sich durch. Aber wenn ein Händler glaubt,
die Schauraumfrequenz selber hoch halten zu können und das Internet
aufhalten zu können, dann ist das in Ordnung. (GEW)