AUTO&Wirtschaft: Wie hoch haben sich die Rabatte entwickelt?

Mladek: Im Vergleich zu 2013 werden sich die Rabatte nochmals um 1 bis 1,5 Prozent erhöhen, mit Ende November liegen wir bei durchschnittlich 17,5 Prozent.

A&W: Warum werden die Nachlässe immer größer?

Mladek: Die Zeit zum Luft holen, um sich zu konsolidieren und normal zu verkaufen, gibt es nicht mehr. Eine Kampagne reiht sich nahtlos an die nächste.

A&W: Ist Autogott daran schuld?

Loidl: Das ist eine Entwicklung, die es schon länger gibt als Autogott. Der Stückzahldruck wird immer größer, Österreich ist noch immer ein funktionierender Markt, wo man mit Kampagnen etwas bewegen kann. Wenn das Angebot passt, verkauft sich das Fahrzeug. Und da geht es oft nur um ein paar Hundert Euro.

A&W: Wieso funktionieren Portale wie Autogott?

Mladek: Wir nehmen dem Kunden die Unsicherheit, ob er auch ein gutes Angebot bekommen hat. In Zeiten permanenter Aktionen weiß der Kunde nicht mehr, ob er einen guten Preis bekommt, das Vertrauen in den Handel fehlt. Wir nehmen dem Kunden die unangenehme Tätigkeit des Verhandelns. Bei uns bekommt er die Gewissheit, dass es ein gutes Angebot ist.

A&W: Autogott ist in aller Munde, viele wissen aber noch immer nicht, wie es genau funktioniert?

Mladek: Wir sind ein reiner Vermittler. Ein Großteil der Fahrzeuge sind frei konfigurierbare Neuwagen auf Bestellung. Sobald der registrierte Kunde ein Fahrzeug auswählt, bekommt der Händler, der dieses Angebot eingestellt hat, eine Anfrage und macht sich den Rest mit dem Kunden direkt aus: Kaufvertrag, Gebrauchtwagenrücknahme, Leasing, Versicherung. Es ist kein Online-Geschäft. Der Kunde fährt hin und unterschreibt.

A&W: Vor Kurzem haben Sie Ihre Plattform um Jungwagen erweitert, um welche Fahrzeuge handelt es sich?

Loidl: Die Autos haben maximal 25.000 km und sind höchstens 18 Monate alt, also hauptsächlich Vorführwagen und Mietwagenrückläufer. Der Durchschnittsrabatt liegt mit 34 Prozent doppelt so hoch wie bei Neuwagen und Kurzzulassungen.

A&W: Ford führt in Deutschland den Präsenzhandelsbonus ein, um die Internetvermarktung transparenter zu machen. Wie sehen Sie das?

Mladek: Das begrüßen wir. Wir unterscheiden uns grundsätzlich von den Plattformen in Deutschland. Diese versuchen, den Handel auszuschalten, die sehen den Handel als Schwachstelle. Wir hingegen sehen uns ausschließlich als Partner des Handels. Wir wollen mit dem Händler arbeiten. Wir vermitteln nur, das Geschäft macht der Händler direkt mit dem Kunden.

A&W: Aber Sie werden dafür kritisiert, die Preise kaputt zu machen?

Mladek: Wir machen die Preise nicht, die macht der Händler, der sie bei uns einstellt. Die generelle Entwicklung am Automarkt ist offensichtlich: Sinkende Schauraumfrequenz und Rabattschlacht. Die Internettransparenz setzt sich durch. Aber wenn ein Händler glaubt, die Schauraumfrequenz selber hoch halten zu können und das Internet aufhalten zu können, dann ist das in Ordnung. (GEW)