AUTO&Wirtschaft: Wie hat sich die EDV im Autohaus in den vergangenen Jahren verändert?

Reischer: In der Betrachtung hat sich in den vergangenen 10 Jahren nicht viel verändert. Die EDV wird als notwendiges Übel gesehen, aber die Welt ändert sich und die Geschäftsgrundlage ändert sich. Die Händler leben genauso wie wir mit einem nicht gerade wachsenden Markt und mit Mitbewerbern, die sich über den Preis profilieren. Wir bieten Werkzeuge, damit man reagieren und vor allem agieren kann. Es geht schließlich darum, mehr Umsatz zu generieren.

A&W: Können Sie uns Beispiele nennen?

Herkel: Ein Beispiel ist der mobile Annahmeassistent. Hier können bei der Fahrzeugannahme Checklisten verwendet werden. Basis sind die Herstellervorgaben, die vom Anwender ergänzt und erweitert werden können. Bei konsequenter Nutzung des Systems wird -allein durch die Wahrscheinlichkeit -das Potenzial wesentlich besser ausgenutzt.

A&W: Wie funktioniert das?

Herkel: Passend zum jeweiligen Fahrzeug werden die Herstellervorgaben für Service und Reparatur angezeigt, ergänzt wird um individuelle Punkte wie Wischerblätter, Fahrzeugreinigung oder Blechreparaturen. Wichtig ist, diese Informationen über den Zustand des Kundenfahrzeuges zu speichern und dieses Reparaturpotenzial in Abstimmung mit dem Kunden in saisonal schwachen Zeiten umzusetzen. Über die Auswertung in unserem System kann man feststellen, wann die Werkstätte leer ist und rechtzeitig planen. Umso wichtiger ist es, das Potenzial von Frequenzbringern wie dem Reifenwechsel zu nutzen.

A&W: Welche weiteren Instrumente können Sie anbieten?

Herkel: Ein entscheidendes Instrument ist eben die Auswertung, hier kann ich genau erkennen, wo gibt es Profit, wo habe ich zu hohe Kosten. Ebenso können die Kennzahlen bei der Kundenbindung eingesetzt werden und mit unseren Modulen Autohaus-App, Kundenkarte oder Zeitwertreparatur verbessert werden. A&W: Wo sehen Sie die größten Vorteile von Vector? Reischer: Die Anforderungen seitens der Automobilhersteller werden immer umfangreicher und komplexer, Änderungen müssen sehr schnell umgesetzt werden. Da haben wir aufgrund unserer Größe natürlich einen Vorteil. Und mit der großen Zahl an Kunden können die Kostenbesser aufgeteilt werden.

A&W: Cloud-Systeme sind der große Trend, wie viele Betriebe sind bei Ihnen schon umgestiegen?

Herkel: Mehr als die Hälfte läuft schon im zentralen System, also komplett online. Die Vorteile sind wesentlich sicherere Daten sowie keine laufenden Aufwände und Kosten für Software-Pflege, Updates und Hardware. Das Programm ist immer am aktuellsten Stand.

A&W: Der Kunde erspart sich also den eigenen Server?

Reischer: Richtig, die Daten liegen zentral auf unserem Server, der wiederum im Hochsicherheitszentrum steht. Dabei ist zu erwähnen, dass die Kosten für den eigenen Server immer falsch kalkuliert werden. Denn die Hardware ist nur ein Bruchteil, viel höher sind die Kosten für Hardware-und Softwarewartung, Datensicherung, Virenschutz und Strom.

A&W: Welchen Vorteil hat der Kunde mit CDP?

Reischer: Es gibt in der Autobranche das Missverständnis, dass EDV etwas kostet. Dabei muss EDV mehr bringen, als sie kostet, der Nutzen muss im Vordergrund stehen und Geld bringen. Wir sind weit weg von den Billigsten, aber wir bringen den Kunden am meisten. (GEW)