Der 1991 in Moskau entstandene Mineralölkonzern Lukoil, inzwischen die Nummer 1 in Russland und Nummer 6 der Welt, übernahm vor einem Jahr vom österreichischen Öl-und Gaskonzern OMV dessen Schmierstoffgeschäft. Im Verbund mit CEO Jaroslav Litvintsev und Marketingchef Gerald Kaspar zeichnet Dipl.-Ing. Christian Eibl Schritt für Schritt für den Europavertrieb verantwortlich. Zum Lukoil-Engagement via Österreich bekam AUTO&Wirtschaft interessante Antworten zu folgenden Fragen.

AUTO&Wirtschaft: Werden Sie die OMV-Marke wirklich ausphasen und wenn ja, wann genau?

Eibl: Gemäß Vereinbarung haben wir uns verpflichtet, bis Ende Juli 2015 unter der Marke Bixxol im Markt aufzutreten. Danach verwenden wir als Marke nur noch Lukoil. Exklusiv ausgenommen bleiben die OMV-Tankstellen, die bis Ende Jänner 2017 unsere Bixxol-Produkte erhalten.

A&W: Wie werden Sie sich mit dem Russland-Nimbus -einfache Technologie -gegen anerkannte Weltmarken wie Shell, Mobil, Castrol, Eni usw. im Markt durchsetzen wollen?

Eibl: Das ist sicher keine leichte Aufgabe. Große Marken vollziehen den einen oder anderen Rückzieher aus europäischen Märkten und daraus entstehendes Vakuum nutzen wir zu unseren Gunsten. Mit dem langjährigen OMV-Know-how garantieren wir wettbewerbsfähige Qualitätsstandards in Produkt und Verfügbarkeit.

A&W: Wieso nutzen Sie nicht die AutoZum 2015 als Startschuss für die Genesis-Palette in Österreich?

Eibl: Wir werden bei der AutoZum sein, jedoch nicht imüblichen Format. Uns ist ein stabiler Marktauftritt wichtig, der im Einklang mit unserer Europastrategie steht. Mit drei Autohaus-und drei Industrie-affinen Außendienstleuten steigern wir bereits erkennbar unsere Volumen-und Ertragsziele.

A&W: Welche Marktanteile haben Sie derzeit inÖsterreich und welche Ziele geben Sie sich für die nächsten 3 Jahre?

Eibl: Von aktuell 22 Prozent OMV-Marktanteil erwarten wir zum Markentransfer 2015 geringfügige Verluste, die wir aber kompensieren werden. Aktuell werden wir zugleich nach VDA 6.1. auditiert und sind mit einem namhaften Automobilhersteller für das First-Fill-Business in Verhandlung. In Europa planen mit 6 Prozent Marktanteil.

A&W: In welcher Form kommt für Lukoil der Standort Österreich ins Spiel?

Eibl: In Wertschätzung der Standortqualität Österreich und unter Berücksichtigung der weiter sich harmonisierenden europäischen Märkte wird der Standort Wien-Lobau für Lukoil zum strategischen Faktor im Schmierstoffvertrieb. CEO Jaroslav Litvintsev entwickelt ein gutes Verständnis für den Standort, und mitrund 60 qualifizierten Mitarbeitern befinden wir uns im anspruchsvollen Marktumfeld auf Plan. (LUS)